ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2013Ophthalmologie: Welcher Vorteil?
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Es ist das vierte Mal, dass eine neue Laseroperation die Kataraktchirurgie revolutionieren soll. Historiker werden einmal beurteilen, ob diesmal den Ingenieuren ein großer Wurf gelungen ist, wie es das DÄ glaubt. Bei einem Aufpreis von 3 000 Euro für beide Augen profitieren Industrie und Operateure von der Laser-Kataraktchirurgie, aber welchen Vorteil hat sie für Patienten? Ein guter Kataraktoperateur kann die vom Laser vornehmbaren Op-Schritte derzeit bedeutend schneller und sicherer durchführen. Bis eine mit dem Laser geschnittene Hornhautwunde vernarbt ist, kann es über ein Jahr dauern, bei einem mechanischen Corneosklaeralschnitt geschieht es in wenigen Tagen.

Einem mittelmäßigen Katarakt-Operateur mag der Laser hilfreich sein. Der Femtolaser findet in den USA größere Verbreitung, da dort die Operationszahlen weit unter denen von guten deutschen Operateuren liegen. Derzeit ist die Femto-Kataraktchirurgie noch im Stadium des Keyboards: Unerfahrene Musiker können bei einem unkritischen Publikum mit seiner „ungeahnten Präzision“ Aufmerksamkeit erlangen, erfahrene Pianisten und ein geschultes Publikum können ihm nichts abgewinnen. Es ist gut, dass Chirurgen die noch sehr unhandlichen Geräte im klinischen Alltag testen. Wir hoffen, dass so die Laser ihre derzeitigen Probleme verlieren, damit auch einmal die Patienten von guten Operateure davon profitieren werden.

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Prof. Dr. Martin Wenzel, Augenarzt, Augenklinik Petrisberg, 54296 Trier

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