ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2013Musizierende Ärzte: Haydn verhilft zu einem Familienzimmer

KULTUR

Musizierende Ärzte: Haydn verhilft zu einem Familienzimmer

Dtsch Arztebl 2013; 110(3): A-87 / B-79 / C-79

Klinkhammer, Gisela

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Der Benefizgedanke liegt dem Deutschen Ärztechor und dem Deutschen Ärzteorchester besonders am Herzen.

Foto: Wolfgang Vahle
Foto: Wolfgang Vahle

Um den Beginn allen Lebens geht es in Joseph Haydns „Die Schöpfung“. Und nicht ohne Grund führten das Deutsche Ärzteorchester (DÄO) und der Deutsche Ärztechor (DÄC, Leitung: Jan Sielemann) genau dieses Werk vor kurzem in Rotenburg an der Wümme und in Soltau auf. Denn die Aufführungen der Mediziner kommen immer einem guten Zweck zugute. „Dank dieses Konzertes wird unser drittes Familienzimmer Wirklichkeit“, freute sich Dr. med. Maren Krohn, Chefärztin der Frauenklinik im Rotenburger Diakoniekrankenhaus. Mit dem Erlös der Eintrittsgelder finanziert das Krankenhaus einen Raum, in dem Mütter, aber auch Väter und Geschwisterkinder mit dem Neugeborenen übernachten können. „Haydns Schöpfung hat also einen thematischen Bezug zu dem guten Zweck“, sagte der Dirigent des Deutschen Ärzteorchesters und Deutschen Ärztechors, Alexander Mottok.

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Der Benefizgedanke liegt Chor und Orchester besonders am Herzen. Sänger und Musiker zahlen Reise- und Unterbringungskosten aus eigener Tasche. In diesem Jahr war die erste internationale Konzerttournee ein besonderes Highlight. In Italien führte der Chor mit einem Kammerorchester das Requiem von Johannes Brahms auf. 160 musizierende Ärzte und Angehörige arztnaher Berufe waren in Verona stationiert. Dort erarbeiteten sie gemeinsam in drei Tagen das Werk des deutschen Romantikers. Unter der Leitung des Kronacher Dekanatskantors Marius Popp musizierten sie das Werk in mehreren großen Kirchen Norditaliens.

Das nächste Projekt des DÄC ist Johann Sebastian Bachs Johannespassion. Sie erklingt am 29. März in Vallendar und am 30. März in Neuwied. Dieses Projekt, das wiederum gemeinsam mit dem Deutschen Ärzteorchester aufgeführt wird, steht unter der Leitung von Alexander Mottok (siehe auch „Drei Fragen an . . .“). Kontakt für musikbegabte Ärztinnen und Ärzte: DÄO: Christa Schmolke, Telefon 089 426313, sekretariat@aerzteorchester.de
DÄC: Dr. med. Klaus Eckardt, Telefon 0621 8109401, aerztechor@k.eckardt.de.

Gisela Klinkhammer

@Informationen: www.aerztechor.de, www.aerzteorchester.de

3 Fragen an . . .

Alexander Mottok, Dirigent des Deutschen Ärzteorchesters

Herr Mottok, was ist das Besondere an der Zusammenarbeit mit Ärzten?

Mottok: Viele Ärzte sind begeisterte Musiker, sie brennen für die Musik. Außerdem steckt in ihnen oft der Drang, sich immer noch weiter zu verbessern, das bewirkt eine wunderbare gemeinsame Dynamik. Durch diese Dynamik gelingt es immer wieder, mit Ärzten, die aus ganz unterschiedlichen Fachrichtungen kommen, ein Orchester oder einen Chor zu formen.

Was bedeutet es für Ihre Probenarbeit, dass Sie in relativ kurzen Projektphasen komplexe Werke einstudieren müssen?

Mottok: Wir kommen für maximal eine Woche zum Proben zusammen. Die langfristige Vorbereitung jedes Einzelnen ist deshalb wichtig, und ich versuche, dies im Vorfeld mit Hinweisen für die einzelnen Musiker zu unterstützen. Die Probenarbeit selbst ist sehr intensiv und konzentriert, dennoch darf sie nie verbissen sein. Gleichzeitig muss der Spannungsbogen von der ersten Probe bis zum letzten Konzert erhalten bleiben, und die Arbeit soll für alle freudig und inspirierend sein.

Welche Pläne haben Sie für die Zukunft?

Mottok: Mit dem Chor möchte ich in den nächsten Jahren das Formenrepertoire erweitern und zu den regelmäßigen Oratorien auch A-cappella-Projekte und eventuell Kammerchorkonzerte hinzunehmen. Mit dem Orchester möchte ich künftig intensiver in die Literatur des 20. Jahrhunderts eindringen.

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