ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2013Punktion und Stichkanalmetastasierung
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Die Autoren geben in ihrer Arbeit eine Übersicht über die Indikationen zur Leberbiopsie. Dabei wird auf die Punktion fokaler solitärer und multipler Läsionen eingegangen und die Problematik der Stichkanalmetastasierung angesprochen (1). Die Datenlage, wie bereits von den Autoren angesprochen, ist uneinheitlich.

Diese Komplikation muss in Betracht gezogen werden und bereits frühzeitig im klinischen Prozess der Diagnosefindung mit einbezogen werden, gerade bei Patienten, bei denen eine chirurgisch-kurative Therapie in Frage kommt (24). Daher erscheint es wichtig, diese Patienten frühzeitig, das heißt auch vor einer geplanten Punktion, zur weiteren Abklärung, einem multidisziplinären Team, wie in sogenannten Tumorboards üblich, vorzustellen (2).

Die Autoren erwähnen, dass in einer Metaanalyse von 2008 die Stichkanalmetastasen das Überleben der Patienten nicht beeinflussten. Abgesehen von einer erneuten Therapie gibt es auch Hinweise in der Literatur, so zum Beispiel in einem Review von 2009, dass die Biopsie maligner Leberläsionen einen negativen Einfluss auf das Überleben haben kann (2). Es wird auch erwähnt, dass eine Biopsie nicht unbedingt einen Vorteil in der Diagnostik bringen muss in Bezug auf die Kombination von nichtinvasiven bildgebenden Verfahren und der Bestimmung von Tumormarkern.

In einer retrospektiven Studie wurde festgestellt, dass die Möglichkeit einer Stichkanalmetastasierung auch bei einem gut differenzierten Primärtumor erfolgte (4). Es könnte ein Hinweis darauf sein, dass eine Metastasierung nach perkutaner Punktion unabhängig vom Differenzierungsgrad des Primärtumors ist.

Gegebenenfalls stellt die Laparoskopie mit Punktion eine Möglichkeit da, um diese Komplikation zu vermeiden und sie bietet die Vorteile der Beurteilung intraperitonealer Organe und Strukturen sowie der Intervention bei auftretenden Komplikationen durch die Gewebeentnahme.

DOI: 10.3238/arztebl.2013.0059b

Dr. med. Sammy A. Baierlein

Bayreuth

sammybaierlein@web.de

Interessenkonflikt

De r Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Tannapfel A, Dienes HP, Lohse AW: The indications for liver biopsy. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(27–28): 477–83. VOLLTEXT
2.
Cresswell AB, Welsh FK, Rees M: A diagnostic paradigm for resectable liver lesions: to biopsy or not to biopsy? HPB (Oxford). 2009; 11: 533–40. CrossRef MEDLINE PubMed Central
3.
Takamori R, Wong LL, Dang C, Wong L: Needle-tract implantation from hepatocellular cancer: is needle biopsy of the liver always necessary? Liver Transpl 2000; 6: 67–72. MEDLINE
4.
Kosugi C, Furuse J, Ishii H, et al.: Needle tract implantation of hepatocellular carcinoma and pancreatic carcinoma after ultrasound-guided percutaneous puncture: clinical and pathologic characteristics and the treatment of needle tract implantation. World J Surg 2004; 28: 29–32. Epub 2003 Dec 5. CrossRef MEDLINE
1.Tannapfel A, Dienes HP, Lohse AW: The indications for liver biopsy. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(27–28): 477–83. VOLLTEXT
2. Cresswell AB, Welsh FK, Rees M: A diagnostic paradigm for resectable liver lesions: to biopsy or not to biopsy? HPB (Oxford). 2009; 11: 533–40. CrossRef MEDLINE PubMed Central
3. Takamori R, Wong LL, Dang C, Wong L: Needle-tract implantation from hepatocellular cancer: is needle biopsy of the liver always necessary? Liver Transpl 2000; 6: 67–72. MEDLINE
4. Kosugi C, Furuse J, Ishii H, et al.: Needle tract implantation of hepatocellular carcinoma and pancreatic carcinoma after ultrasound-guided percutaneous puncture: clinical and pathologic characteristics and the treatment of needle tract implantation. World J Surg 2004; 28: 29–32. Epub 2003 Dec 5. CrossRef MEDLINE

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