ArchivMedizin studieren1/2013Schreibwettbewerb der Aktion freundilie: Mein künftiges Leben als Arzt

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Schreibwettbewerb der Aktion freundilie: Mein künftiges Leben als Arzt

Deutsches Ärzteblatt Studieren.de, 1/2013: 22

Jahn, Friederike; Fleischmann, Carolin

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Was ist bei der Wahl des künftigen Arbeitsplatzes wichtig? Was muss sich ändern? Unter dem Titel „Dr. Utopia – deine Utopie des Arbeitsplatzes Krankenhaus“ hatte die Aktion freundilie aufgerufen, eine Vision der Arbeit in der Krankenversorgung literarisch zu verarbeiten. Die Siegerin steht jetzt fest.

Wir studieren Medizin und wollen als Ärzte tätig werden. Wir wollen für unsere Patienten zu 100 Prozent da sein – acht Stunden am Tag. Acht Stunden – um neben dem Beruf Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen. Um Freizeit zu genießen und einen Ausgleich zu den Herausforderungen der klinischen Tätigkeit zu haben. Um ausgeschlafen wieder zur Arbeit zu gehen und Fehler zu vermeiden. Und zufrieden mit dem Leben als Ärztin oder Arzt zu sein.

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Weil solche Visionen nicht immer leicht greifbar sind, haben wir als Aktion freundilie zu einem Schreibwettbewerb unter dem Titel „Dr. Utopia – deine Utopie des Arbeitsplatzes Krankenhaus“ aufgerufen. Einige Dutzend sehr schöne Beiträge haben wir bekommen, prämiert wurde der Text von Fenena Sonntag, Medizinstudentin aus Hannover. Er beschreibt sehr gut und konkret, welche Veränderungen notwendig sind, um ein gesundes und menschliches Arbeitsklima im Krankenhaus zu schaffen. Treffend trägt er den Titel „Mit kleinen Schritten in die Zukunft“ – denn Veränderungen lassen sich nicht einfach umsetzen und gelingen oft nur in kleinen Schritten.

Mit kleinen Schritten in die Zukunft

„Sie sind also wirklich Ärztin?“, fragt mein Gesprächspartner etwas ungläubig.

„Ja“, bestätige ich und muss unwillkürlich grinsen, während ich mich frage, welche Körperstelle er wohl gleich entblößen wird, um meine Meinung zu einem verdächtigen Leberfleck einzuholen. Oder ist er der Typ, der mich Richtung Toilette zieht, um mir mit glühenden Ohren, stotternd von tiefer liegenden Problemen zu berichten?

Doch er scheint nichts dergleichen im Sinn zu haben, sondern runzelt nachdenklich die Stirn: „Sogar Oberärztin in einem Krankenhaus, haben Sie gesagt?“

Ich nehme einen kleinen Schluck aus meinem Sektglas und nicke bestätigend.

„Aber vorhin haben Sie doch erzählt, dass Sie verheiratet und Mutter von zwei Kindern sind!“

Es klingt fast anklagend, als wolle er mir vorwerfen, ihn belogen zu haben.

Jetzt verstehe ich. Er ist einer von denen, die glauben, dass Ärzte kein Privatleben haben können.

„Aber das ist doch heutzutage längst kein Problem mehr“, erkläre ich. „Beruf und Familie lassen sich wunderbar vereinbaren – ja, auch als Ärztin in einem Krankenhaus!“....weiter unter www.bvmd.de

Sollen wir uns also damit abfinden wie es ist? Keinesfalls. Als Aktion freundilie der bvmd möchten wir uns dafür einsetzen, dass aus dieser Vision Realität wird und ein gesundes, menschliches und familienfreundliches Arbeiten im Krankenhaus oder in der Niederlassung möglich ist. Außerdem möchten wir eine Plattform für lokale Projekte bieten, die sich dieser Thematik widmen.

Durch die Vernetzung mit anderen Aktionen, die sich für bessere Arbeitsbedingungen und eine menschliche Medizin einsetzen, sind wir Teil einer Gemeinschaft engagierter Medizinstudierender, die sich über motivierte Mitstreiter freut. Denn bei allen politischen und medialen Diskussionen über die Ansprüche der künftigen Medizinergeneration: Wirklich ändern wird sich an den Arbeits- und Rahmenbedingungen des Gesundheitssystems nur etwas, wenn wir aktiv mitgestalten und unsere Visionen einbringen. Friederike Jahn (9. Semester, Greifswald) und Carolin Fleischmann (9. Semester, Jena)

Mehr Informationen zur Aktion freundilie gibt es unter www.freundilie.de, freundilie@bvmd.de.
Abo des freundilie-Verteilers: Einfach eine leere Mail an freundilie-alle-subscribe@bvmd.de schicken

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