ArchivMedizin studieren1/2013Traumberuf Ärztin/Arzt: 55 Gründe für eine gute Wahl

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Traumberuf Ärztin/Arzt: 55 Gründe für eine gute Wahl

Deutsches Ärzteblatt Studieren.de, 1/2013: 18

Rieser, Sabine

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Viel Bürokratie, wenig Zeit fürs Private, hohe Arbeitslast, relativ niedriges Einkommen – die Mängelliste für den Arztberuf ist bei manchem lang. Dr. med. Markus Müschenich kürzt sie radikal zusammen.

Heute Notfall, morgen Nepal: Ein Team des Universitätsklinikums Leipzig will im Oktober zusammen mit Schweizer Kollegen im Himalaja zur Höhenkrankheit forschen. Foto: Stefan Straube/UKL
Heute Notfall, morgen Nepal: Ein Team des Universitätsklinikums Leipzig will im Oktober zusammen mit Schweizer Kollegen im Himalaja zur Höhenkrankheit forschen. Foto: Stefan Straube/UKL

Zweifel, ob es eine gute Idee war, sich für ein Medizinstudium zu entscheiden? Dann lieber nicht irgendeinen Arzt oder Apotheker zu Risiken und Nebenwirkungen dieser Wahl fragen. Sondern an Tagen mit einem großen Fragezeichen im Buch schmökern, das Dr. med. Markus Müschenich geschrieben hat: „55 Gründe Arzt zu werden“. Müschenich (51), bis vor kurzem Vorstand der Sana-Kliniken AG, stellt auf 250 Seiten die unterschiedlichsten Freuden und Möglichkeiten des Arztseins vor.

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In seinem Vorwort stellt der gelernte Kinderarzt klar, dass er mit seinem leidenschaftlichen Plädoyer auch gegen den Zeitgeist anschreibt. Denn wenn es ums Arztsein geht, dominieren Klagen die Debatten. Müschenich leugnet zu lange Dienste in Kliniken nicht, ebenso wenig nervige Praxisbürokratie und andere Beschwernisse im Arztalltag. Aber er ist davon überzeugt: „Dieser Beruf bietet auch in Zukunft eine solche Fülle von Karrierechancen und Gestaltungsmöglichkeiten, dass keiner, der ernsthaft Arzt werden möchte, sich von bestehenden Problemen abschrecken lassen sollte.“

Ärztinnen und Ärzte können Leben retten und einen Nobelpreis verliehen bekommen, müssen nicht in Kostüm und Anzug am Arbeitsplatz erscheinen, dürfen Menschen schöner machen und schweigen, wenn andere reden müssen. Die meisten machen ihren Doktor, immer noch ein vorteilhafter Titel, und zwar nicht in jahrelanger Forschungsarbeit nach dem Studium, sondern währenddessen. Auf Partys stehen Ärzte nach Müschenichs Erfahrung selten einsam herum: „Es dauert meist nicht lang, bis sie umringt sind von anderen Gästen, die eben mal eine ganz dringende Frage hätten: Was halten Sie von diesem oder jenem Medikament? Meinen Sie, ich sollte diese Stelle auf meinem Arm mal untersuchen lassen?“

Arbeiten können sie praktisch überall: Ärzte begleiten Forschungsexpeditionen und beraten die Mannschaft in Raumstationen, bilden sich in Krankenhäusern auf der ganzen Welt fort, finden aber bei Bedarf auch Arbeit eine Tür weiter: „Ganz komfortabel wird es für die, die ihre Praxis im eigenen Wohnhaus einrichten können. Sie sind bei ihrer Arbeit trotzdem nicht allein, sondern umgeben von Mitarbeitern und Patienten, können ihre Arbeitszeiten selbst festlegen, ohne dass sich jemand beklagen wird, dass sie nicht rund um die Uhr verfügbar sind. Mehr Freiheit und Selbstbestimmung in der Arbeitsplatzgestaltung wird es wohl in kaum einem anderen Beruf geben.“

Die beruflichen Freiräume führen auch dazu, dass manche Ärztin und mancher Arzt noch anderen Leidenschaften nachgehen können. Dann kochen sie wie ein Kinderarzt aus Düsseldorf hin und wieder in einem Sternerestaurant, engagieren sich in der Landes- und Standespolitik oder schreiben Bestseller. „Es gibt keine bessere Schulung für den Schriftsteller, als einige Jahre den Beruf des Arztes auszuüben“, zitiert Müschenich den englischen Dramatiker und Arzt William Somerset Maugham.

Er ist zudem überzeugt davon, dass ein abgeschlossenes Medizinstudium für die Partnerwahl ungemein nützlich ist. Sicher, ein relativ guter Verdienst von Ärzten, ihr hohes gesellschaftliches Ansehen und ihr Bildungsniveau tragen dazu bei. Aber das erklärt nicht die ganze Anziehungskraft: „Ärzte gelten als verantwortungsbewusst, vertrauenswürdig, fürsorglich und belastbar. Sie müssen zuverlässig sein, gut kommunizieren können, eine hohe Frustrationstoleranz besitzen und sich an ethischen Werten orientieren. Welche Frau und welcher Mann würde sich nicht wünschen, ein solch perfektes Wesen als Lebensgefährten an der Seite zu haben?“ Sabine Rieser

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