ArchivMedizin studieren1/2013Generation Y: Was Chefärzte erwarten

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Generation Y: Was Chefärzte erwarten

Deutsches Ärzteblatt Studieren.de, 1/2013: 7

Richter-Kuhlmann, Eva

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Für Chef- und Oberärzte stellt die „Generation Y“ eine echte Herausforderung dar. Diese sind zwar mittlerweile gezwungen, sich auf die Wünsche der Nachwuchsmediziner einzustellen, man sollte allerdings auch ihre Erwartungen kennen.

Chefärzte und -ärztinnen sowie Studierende passen einfach nicht zueinander! Diesen Eindruck kann man zumindest auf so mancher Klinikstation gewinnen. Doch warum ist das so? Soziologen haben dafür eine einfache Erklärung: Chefärzte und Studierende kommen aus anderen Generationen und haben ein völlig unterschiedliches Verständnis von Beruf und Karriere.

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Während sich die Generation Y (so nennen die Soziologen die Akademikergeneration, zu der diejenigen gehören, die nach 1980 geboren sind) eine andere Arbeitswelt als die ihrer Eltern wünscht, halten Chefärztinnen und Chefärzte, die der Generation X angehören, meist an ihren Vorstellungen fest. Für sie galten nach dem Studium das Erklimmen der Karriereleiter, das Erreichen eines Doktortitels und das Erzielen eines hohen Einkommens als oberste Ziele, für die sich auch ein nahezu unbegrenzter Arbeitseinsatz lohnte. Dass der Nachwuchs anders tickt, können sie sich meist nicht vorstellen. Eine echte Herausforderung für das Miteinander – das zeigen nun auch Umfragen und wissenschaftliche Untersuchungen. Ihnen zufolge stehen nämlich bei den Werten, von denen Chefs im Krankenhaus glauben, dass sie ihren jungen Mitarbeitern wichtig seien, die Stichworte „gutes Einkommen“, „gute Arbeitsbedingungen“ und das „Wohlergehen der Klinik“ immer noch auf den ersten drei Plätzen. Die Generation Y nennt dagegen „Anerkennung für gute Arbeit“, eine „genaue Kenntnis der Klinikstrategie“ und auch das „Eingehen auf private Sorgen“ durch ihre Vorgesetzten zuerst. Ganz oben auf den persönlichen Wunschlisten steht ebenfalls eine gute „Work-Life-Balance“. Freie Zeiteinteilung und flache Hierarchien sind Nachwuchsmedizinern wichtiger als ein hohes Einkommen oder ein Titel. Konflikte sind also programmiert.

„Die Erwartungen der angehenden Ärzte lassen sich vielfach nur schwer mit der Wirklichkeit in den Krankenhäusern in Einklang bringen“, sagte Prof. Dr. med. Christian Schmidt, Medizinischer Geschäftsführer der Kliniken der Stadt Köln, beim Kongress Operation Karriere des Deutschen Ärzteblattes im November 2012 in Köln. Chefärzte erwarteten von Studierenden und jungen Ärztinnen und Ärzten trotz des Ärztemangels immer noch hohe Einsatzbereitschaft, Interesse am Fach und den Willen zur eigenständigen Fortbildung. Bewundert würde von älteren Ärzten jedoch die gute elektronische Vernetzung der neuen Generation, der selbstverständliche Gebrauch von Internet und Smartphons. „Leider nutzt sie diese auch immer und überall“, sagt Schmidt. „Wir haben deshalb die Benutzung von Smartphons im Operationssaal und während der Visiten verboten.“ Dr. med. Eva Richter-Kuhlmann

Video zum Thema „Wo sehen Medizinstudierende ihre Zukunft?“ unter www.aerzteblatt.de/video52379.

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