ArchivMedizin studieren1/2013Anatomie in Köln: Leichen falsch gelagert und vergessen

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Anatomie in Köln: Leichen falsch gelagert und vergessen

Deutsches Ärzteblatt Studieren.de, 1/2013: 4

Hibbeler, Birgit

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An der Universität Köln sind über Jahre Leichen aus dem Präparierkurs falsch gelagert und nicht bestattet worden. Das bestätigt ein im Dezember 2012 vorgelegter Abschlussbericht zu den Vorgängen im anatomischen Institut. Darin räumt die Hochschule „nicht hinnehmbare Missstände im Umgang mit Körperspenden“ ein und entschuldigte sich bei den Angehörigen.

Die Uni Köln musste Missstände im Umgang mit Toten einräumen. Foto: dpa
Die Uni Köln musste Missstände im Umgang mit Toten einräumen. Foto: dpa

Dem Bericht zufolge wurden in einem Raum des anatomischen Instituts 32 Särge mit auspräparierten Leichen aus den Jahren 2004 bis 2010, auf dem Flur vor dem Raum weitere 36 Särge mit Leichen aus den Jahren 2009 und 2010 gefunden. Zehn Särge enthielten Leichenteile von jeweils mindestens zwei Personen, die keinem Körperspender mehr zugeordnet werden konnten. Darüber hinaus bemängelt das Gutachten die Lagerung nichtfixierter Leichen, die nicht ausreichend gekühlt worden waren.

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„Nach den Ergebnissen der Untersuchung ist allen Beteiligten Fehlverhalten vorzuwerfen“, räumte Universitätsrektor Prof. Dr. Axel Freimuth ein. Die Hauptverantwortung für die Missstände trägt laut Abschlussbericht jedoch der frühere Institutsleiter. Er hatte sich im Februar 2012 das Leben genommen, nachdem der Skandal an die Öffentlichkeit gelangt war.

Laut Universität wurden inzwischen alle Toten bestattet sowie die Aufräumarbeiten in der Anatomie abgeschlossen. Der Umzug des anatomischen Zentrums in einen Neubau soll die Arbeitssituation künftig verbessern. BH

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