ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2013Honorararztwesen: Zertifizierungswahnsinn
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So ehrenwert und berechtigt die Ziele des BV Honorarärzte ist: Ein großer Teil der Honorarärzte sind eben dies geworden, weil sie die „Verbundeswehrisierung“ des Arztberufes ablehnen – und nun der Ansatz zur (kostenpflichtigen) Zertifizierung, alle Jahre zu erneuern, äußerst bürokratisch (persönliche Anreise nach Berlin!) und am Ende nur aussagekräftig hinsichtlich der formalen Voraussetzungen, jedoch ohne echte Qualifikationsaussage.

Damit reiht man sich in die neue Unkultur des Zertifizierungswahnsinns ein: gut – schlecht – egal, Hauptsache Zertifikat, unerheblich, ob es sinnvoll ist oder nicht.

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Das Problem sehe ich darin, dass zertifizierte Betriebe bei der Beschäftigung von Ärzten ebenso verfahren werden wie mit der Beschaffung von Putzmitteln: Nicht Preis/Qualität spielen mehr irgendeine Rolle, sondern allein das Zertifikat. Und, wie im QM, werden sich Heerscharen von Anbietern/Trittbrettfahrern einfinden, die ihre wertlosen, aber eben „unverzichtbaren“ Dienste den Ärzten teuer verkaufen.

Trete ich eine Stelle an, kann ich meine Urkunden ja vorlegen, und ich denke, es ist dem Arbeitgeber zuzumuten, ein paar Telefonate zur Verifizierung zu führen. Kostet: nichts.

Dr. Rupert Holderied, 81671 München

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