ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2013Kulturkalender: Position beziehen, Farbe bekennen

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Kulturkalender: Position beziehen, Farbe bekennen

Dtsch Arztebl 2013; 110(4): A-146 / B-134 / C-134

Schuchart, Sabine

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Jeden Monat stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

Hamburg

25. Januar bis 19. Mai:

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Alberto Giacometti

© Jacques-André Boiffard/© Alberto Giacometti Estate
© Jacques-André Boiffard/© Alberto Giacometti Estate

1931 fotografierte Jacques-André Boiffard einen 30-jährigen Mann, den es aus einem armen Schweizer Bergtal nach Paris gezogen hatte (Foto): Alberto Giacometti (1901–1966). Die Retrospektive in der Kunsthalle setzt bei Giacomettis weniger bekanntem Frühwerk, den streichholzgroßen Figürchen der 1930er Jahre, an und verfolgt mit insgesamt mehr als 200 Arbeiten seine Entwicklung bis zu den teils drei Meter hohen Figuren seines Spätwerks. Parallel – vom 26. Januar bis 20. Mai – präsentiert das Bucerius-Kunstforum Giacomettis Porträtkunst. In Skulptur, Malerei und Zeichnung bildete der Künstler seine Familie und seinen Freundeskreis um Sartre, Beauvoir, Genet und Beckett ab – Werke, die viel über seine Persönlichkeit und seine künstlerische Weltauffassung verraten.

Kunsthalle, Glockengießerwall, Di.–So. 10–18, Do. 10–21 Uhr; Bucerius-Kunstforum, Rathausmarkt 2, tgl. 11–19, Do. 11–21 Uhr

Herford

2. Februar bis 5. Mai:

Was Kunst macht. Farbe bekennen

Vermag Kunst heute noch, gesellschaftspolitische Haltungen zu formulieren, und – wenn ja – mit welchen Mitteln? Diesen Fragen geht die Ausstellung anhand von elf Künstlern beziehungsweise Künstlergruppen nach: Christoph Büchel, Sam Durant, Claire Fontaine, Thomas Hirschhorn, Korpys/Löffler, Aernout Mik, R.E.P., Wilhelm Sasnal, Peter Sauerer, Tino Sehgal, Nasan Tur und Brigitte Waldach.

MARTa, Goebenstraße 2–10, Di.–So. 11–18, 1. Mi. im Monat 11–21 Uhr

Kleve

Bis 7. April:

Von Holthuys bis Beuys

Das mehrfach ausgezeichnete Museum Kurhaus Kleve eröffnete im letzten Herbst einen neuen Museumsteil, das restaurierte sogenannte Friedrich-Wilhelm-Bad mit dem Atelier von Joseph Beuys. Hier arbeitete der Künstler in den für ihn sehr produktiven Jahren von 1957 bis 1964. Die bauliche Erweiterung ist Anlass zu einer umfassenden facettenreiche Sammlungspräsentation in sämtlichen Sälen des ehemaligen Kurhauses aus dem 19. Jahrhundert. Erstmals wird der gesamte Bestand von der Skulptur des Mittelalters über den Barock und die große Zeit der Gartenkunst in Kleve bis hin zur Kunst der Moderne und Gegenwart mit den beiden Schlüsselfiguren Ewald Mataré und Joseph Beuys gezeigt.

Museum Kurhaus Kleve, Tiergartenstraße 41, Di–So. 11–17 Uhr

Leverkusen

27. Januar bis 28. April:

Zeitgenössische polnische Kunst

„Twisted Entities“ – „verdrehte Gebilde“ lautet der Titel der Schau zur derzeit vielbeachteten polnischen Gegenwartskunst. Eine treffende Bezeichnung, denn ein subversiver Ansatz verbindet die Exponate: Dinge werden verdreht, Regeln gebrochen, Prozesse, Räume und Körper fragmentiert – Zeichen des tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandels in dem Land.

Museum Morsbroich, Gustav-Heinemann-Straße 80, Di–So. 11–17, Do. 11–21 Uhr

Tübingen

Bis 10. März:

Fotorealismus. Malen mit der Kamera

© Robert Bechtle
© Robert Bechtle

In den 1960er Jahren entstand in den USA eine neue Stilrichtung, die von der Kunstkritik zunächst als Tabubruch an der künstlerischen Freiheit gewertet wurde: der Fotorealismus – exakt nach Fotovorlagen gemalte Öl- und Acrylbilder. Mit 19 Begründern der Bewegung, darunter elf Documenta-Teilnehmern, bietet die Ausstellung einen äußerst sehenswerten Überblick über den Kunststil, der sich mit den neuen fototechnischen Möglichkeiten bis heute weiterentwickelt. Bild: Robert Bechtle, „Alameda Chrysler“, 1981, Öl auf Leinwand, 122 × 175 cm.

Kunsthalle, Philosophenweg 76, Di. 11–19, Mi.–So. 11–18 Uhr

Sabine Schuchart

Der Besondere Tipp

Fast vergessene Schätze

Eines der kuriosesten Exponate ist die sogenannte Tübinger Seide – eigentlich ein Nähgarn für Trauerstrümpfe, die jedoch seit Beginn der 1960er Jahre bei mikrochirurgischen Augenoperationen zum Einsatz kommt. Das Medizinhistorische Museum der Charité hat sein Archiv geöffnet und lässt die Besucher hinter die Kulissen blicken: Von skoliotischen Skeletten über Großschnitte von Gehirnen und Sektionsprotokolle bis hin zu chirurgischen und pathologischen Sägen, Reflexhämmern, Herzschrittmachern sowie diversen Gallensteinen werden teils skurrile, teils alltägliche Objekte aus der Medizinhistorie präsentiert. Bemerkenswert: Die Liste mit 716 Unterschriften von Berliner Bürgern, die dem Pathologieprofessor Rudolf Virchow für seinen Mut dankten, dem preußischen Ministerpräsidenten Otto von Bismarck ein Duell zu verweigern.

„Visite im Depot“: Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité, Charitéplatz 1, 10117 Berlin, Di.–So. 10–17, Mi./Sa. 10–19 Uhr (bis 22. September).

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