ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2013Postmenopause: Neue Hypothesen
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Renate Leinmüller referiert Ergebnisse vom Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe in München zur Hormontherapie.

Leider ist ihr bei der Wiedergabe ein Fehler unterlaufen. Die Grafik, die sie unter der Quellenangabe Schierbeck et al. BMJ 2012; 345: bmj.e6409 präsentiert, stammt nicht aus der KEEPS-Studie, wie die Beschriftung vermuten lässt, sondern aus der DOPS-Studie (Danish Osteoporosis Prevention Study). Bemerkenswert wäre auch gewesen, dass von den 16 dort aufgeführten Parametern 14 nicht das Signifikanzniveau erreichen. Der primäre Endpunkt der Studie – Tod, Herzversagen oder Myokardinfarkt – findet sich in dieser Grafik gar nicht wieder. Die KEEPS-Studie, über die die Autorin im Text auch berichtet, analysiert bei 727 Frauen kardiovaskuläre Surrogatparameter.

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Beide Studien können weder von der Methodik noch von der Anzahl der eingeschlossenen Frauen die Ergebnisse der WHI-Studie entkräften, auch nicht für die Gruppe der jüngeren Frauen zwischen 50 und 59 Jahren beziehungsweise des frühen Einnahmebeginns innerhalb von zehn Jahren nach der Menopause. Denn der für diese Gruppen postulierte Vorteil für die kardiale Gesundheit ist nicht signifikant, das Risiko für Schlaganfälle erreicht jedoch sehr wohl das Signifikanzniveau und betrifft in der Hormongruppe 41 Frauen und in der Kontrollgruppe 23 Frauen (RR 1.77 (CI 1.05 – 2.98)). Die WHI schließt selbst in die Gruppe der 50- bis 59-Jährigen 5 522 Frauen und in die Gruppe derjenigen, die innerhalb von zehn Jahren nach der Menopause mit den Hormonen begonnen haben, 5 494 Frauen ein. Die neueren Studien weisen noch nicht einmal 20 Prozent dieser Teilnehmerinnenzahl auf. Wenn Ereignisse aber so selten auftreten, zum Beispiel acht zusätzliche Schlaganfälle pro 10 000 Frauen pro Jahr, müssen Studien schon eine große Fallzahl aufweisen, wenn sie signifikante Aussagen machen wollen. Anderenfalls können sie wieder nur neue Hypothesen generieren, und davon haben wir seit 30 Jahren genug!

Dr. med. Maria J. Beckermann, 50765 Köln

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