ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2013Infarktmortalität sinkt, aber regional unterschiedlich

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Infarktmortalität sinkt, aber regional unterschiedlich

Dtsch Arztebl 2013; 110(4): A-112 / B-104 / C-104

Richter-Kuhlmann, Eva

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Der Trend der letzten Jahre setzt sich fort: Immer weniger Deutsche sterben an einem Herzinfarkt. Zwischen den Jahren 2000 und 2010 sank die Sterbeziffer um mehr als 15 Prozent bei den Männern und mehr als 18 Prozent bei den Frauen. Wie wahrscheinlich das Überleben nach einem Infarkt ist, ist jedoch regional unterschiedlich. Dies geht aus dem aktuellen Herzbericht hervor, der die kardiologische und herzchirurgische Versorgung in Deutschland für die Jahre 2010/2011 sektorenübergreifend analysiert. Erstmals stellte ihn die Deutsche Herzstiftung gemeinsam mit den Vorständen der deutschen Fachgesellschaften für Kardiologie, für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie sowie für Kinderkardiologie vor.

Dem Herzbericht zufolge sind die niedrigsten Infarktmortalitäten in Hamburg (53 Tote pro 100 000 Infarkte) und Berlin (56 pro 100 000) zu verzeichnen; die höchsten in Sachsen-Anhalt (111 pro 100 000) und Brandenburg (101 pro 100 000). Immer noch gibt es offensichtlich ein Gefälle zwischen alten und neuen Bundesländern. Die genauen Ursachen für die regionalen Unterschiede konnte Prof. Dr. med. Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung, nicht benennen.

Für wahrscheinlich hält die Herzstiftung jedoch eine regionale Unterversorgung der Patienten, ein weniger effektives Notarztsystem, eine längere Prähospitalzeit sowie einen niedrigeren Informationsstand der Bevölkerung aufgrund ungünstiger sozioökonomischer Bedingungen. Positiv ist allerdings auch bei den regionalen Unterschieden der Trend: Im Vergleich zu den Vorjahren sind die Differenzen zwischen Ost und West rückläufig.

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Gleichzeitig stieg jedoch für andere kardiale Erkrankungen, wie Herzklappenkrankheiten, Herzrhythmusstörungen und Herzinsuffizienz, deutschlandweit von 1995 bis 2010 die stationäre Morbiditätsziffer. Als Gründe dafür vermuten die Experten, dass zum einen Ärzte mittlerweile mehr auf diese Krankheiten achten und zum anderen moderne Therapien das Leben der Patienten verlängerten.

Mit dem mittlerweile 24. Deutschen Herzbericht führen die Herzstiftung und die Fachgesellschaften die mehr als 20-jährige Arbeit von Ernst Bruckenberger fort, der sich zum Ziel gesetzt hatte, Prävention, Diagnostik und Therapie von Herzkrankheiten und angeborenen Herzfehlern zu verbessern und Versorgungsdefizite zu erkennen. Der Bericht soll als Grundlage für gesundheitspolitische Entscheidungen dienen. Dr. med. Eva Richter-Kuhlmann

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