ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2013Börsebius: Wie das Jahr wird

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Börsebius: Wie das Jahr wird

Dtsch Arztebl 2013; 110(4): A-149 / B-137 / C-137

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Dieser Tage habe ich einen ganzen Packen Papier weggeräumt, gut einen dreiviertel Meter hoch. Das meiste davon waren Analysen von Börsenexperten, wie denn das neue Jahr so laufen wird. Von zehn Prognosen trifft in der Regel die weitaus größere Zahl nicht die spätere Wirklichkeit.

Trotz dieses Missverhältnisses werden die Markteinschätzungen in schöner Regelmäßigkeit auch weiter über uns hereinbrechen. Das hat damit zu tun, dass viele Kunden diese auch nachfragen, wer plant denn schon gerne im Ungewissen? Andererseits sind aber auch viele Börsengurus furchtbar mitteilungsbedürftig und verteilen ihr Hirnschmalz gerne unter die Leute. Und es ist für den Laien manchmal durchaus schwierig, in diesen Texten das Fundierte vom schnörkeligen Gelaber zu trennen.

Bei dieser schwierigen Gemengelage ist es sicher hilfreich, sich ein wenig später mit einer Meinung aus der Deckung zu wagen und erst mal zu schauen, wie die ersten Börsentage des neuen Jahres gelaufen sind. Da gibt es nämlich die sogenannte Fünftageregel, auf die manche Investoren schwören. Die besagt in ihrer ganzen Schlichtheit Folgendes: „So, wie die ersten fünf Börsentage laufen, so läuft das ganze Jahr.“ Nun werden Sie vielleicht einwenden, schon wieder eine Börsenweisheit, die mal eintrifft und mal nicht.

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Von wegen. Zugegeben, die Fünftageregel, so banal sie auch klingen mag, überzeugt durch eine hohe Erfolgsquote. Seit 1950 konnte der S&P-500-Index in 81 Prozent der Fälle, in denen die ersten fünf Handelstage gut liefen, auch positiv abschneiden. Das gilt auch für den deutschen Aktienindex DAX, wenn auch mit einer leicht geringeren Rate, aber immerhin doch noch 75 Prozent.

So gesehen dürften also die Aussichten für das Gesamtjahr als durchaus erfreulich eingestuft werden, denn die erste Börsenwoche verlief an allen wichtigen europäischen Finanzplätzen recht ordentlich. Danach allerdings bröckelten die Kurse wieder etwas ab. Das lässt sich mit der lahmenden Konjunktur und natürlich auch den nach wie vor bestehenden Ängsten vor einem Wiederaufflammen der Finanzmarktkrise gut begründen. Im Laufe des Jahres sollten aber dann die verbesserten Wirtschaftsaussichten ab dem nächsten oder übernächsten Jahr positiv „durchschlagen“. Also von zwischenzeitlichen Ausreißern nicht ins Bockshorn jagen lassen, lautet die Devise. Eher sind Zuversicht und Gelassenheit angesagt.

Börsebius-Telefonberatung „rund ums Geld“

Wie an jedem 1. Samstag des Monats, können Sie auch am 2. Februar 2013 in der Zeit von 9 bis 13 Uhr Börsebius (Diplom-Ökonom Reinhold Rombach) anrufen (0221 985480-20). Die kostenlose Telefonberatung ist ein spezieller Service des Deutschen Ärzteblattes für seine Leser.

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