ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2013Neujahrsempfang der deutschen Ärzteschaft: Gute Stimmung, klare Worte

POLITIK

Neujahrsempfang der deutschen Ärzteschaft: Gute Stimmung, klare Worte

Dtsch Arztebl 2013; 110(4): A-117 / B-109 / C-109

Osterloh, Falk

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Im politischen Berlin hat das Wahljahr begonnen. Gesundheitspolitiker jeder Couleur folgten der Einladung der Ärzteschaft.

Fotos: Georg J. Lopata
Fotos: Georg J. Lopata

Zum Jahresbeginn kommen die führenden Akteure des deutschen Gesundheitswesens auf dem Neujahrsempfang von Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Kassenärztlicher Bundesvereinigung, Ärztekammer Berlin und Kassenärztlicher Vereinigung Berlin im Berliner „Kaufhaus des Westens“ zusammen. 670 waren es in diesem Jahr.

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Zum Jahresauftakt im feierlichen Ambiente: Josef Hecken, Daniel Bahr, Frank Ulrich Montgomery, Andreas Köhler, Birgitt Bender, Hans-Jochen Weidhaas und Johannes Singhammer (von links)
Zum Jahresauftakt im feierlichen Ambiente: Josef Hecken, Daniel Bahr, Frank Ulrich Montgomery, Andreas Köhler, Birgitt Bender, Hans-Jochen Weidhaas und Johannes Singhammer (von links)

Stimmung und Buffet sind traditionell gut. „Bei dieser Akustik weiß man eine Zweitstimme besonders zu schätzen“, scherzte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Daniel Bahr (FDP) drei Tage vor der Landtagswahl in Niedersachsen. Traditionell scheuen die Gastgeber jedoch auch keine deutlichen Worte. So rief BÄK-Präsident Prof. Dr. med. Frank Ulrich Montgomery die anwesenden Gesundheitspolitiker dazu auf, die aktuelle Debatte um Korruption bei einzelnen Ärzten „sachlich und nüchtern mit uns zu führen“ und nicht zu einem Wahlkampfthema zu machen. „Wir raten von populistischen Überhöhungen in dieser Debatte ab“, betonte Montgomery.

Fünf der 670 Gäste im Kaufhaus des Westens: Lars Lindemann, Jens Spahn, Christoph von Ascheraden, Rolf Koschorrek und Peter Potthoff (von links)
Fünf der 670 Gäste im Kaufhaus des Westens: Lars Lindemann, Jens Spahn, Christoph von Ascheraden, Rolf Koschorrek und Peter Potthoff (von links)
GOÄ-Reform, Korruptionsvorwürfe und Niedersachsenwahl: Auch im Small Talk sprachen die Entscheidungsträger aus Politik und Selbstverwaltung Klartext.
GOÄ-Reform, Korruptionsvorwürfe und Niedersachsenwahl: Auch im Small Talk sprachen die Entscheidungsträger aus Politik und Selbstverwaltung Klartext.

Klare Worte gab es auch zur Modernisierung der Amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). „Ich bin bekümmert über den Verlauf der Verhandlungen mit der privaten Kran­ken­ver­siche­rung“, bekannte der BÄK-Präsident. Seit eineinhalb Jahren sei es nicht möglich, mit deren Verband (PKV) zu einer Lösung zu kommen. „Wir werden nun unser eigenes Modell fertigstellen und der Politik zur Verfügung stellen“, kündigte Montgomery an. Seit 1996 habe es eine Inflation in Deutschland in Höhe von 28 Prozent gegeben – der Punktwert in der GOÄ hingegen sei gleich geblieben. Montgomery: „Diese Differenz werden wir einfordern.“

Bahr bat die BÄK, die Verhandlungen mit der PKV noch nicht aufzugeben. Beide Seiten hätten ein Interesse an einer funktionsfähigen GOÄ. Inhaltlich liegen die BÄK und der Minister durchaus beieinander. Bahr: „Auch ich bin dagegen, dass der Einheitliche Bewertungsmaßstab auf die PKV übertragen werden soll.“

Falk Osterloh

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