ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2013Die Meckel’schen Sammlungen: Faszinierende Einblicke

KULTUR

Die Meckel’schen Sammlungen: Faszinierende Einblicke

Dtsch Arztebl 2013; 110(5): A-190 / B-176 / C-176

Paulsen, Friedrich

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Jeder Mediziner kennt das Meckel-Divertikel, eine Ausstülpung des Dünndarms als Rest des embryonalen Dottergangs (Ductus omphaloentericus), benannt nach dem deutschen Anatom Johann Friedrich Meckel (1781–1833). Nur wenige wissen aber, dass es nicht nur „den einen Meckel“ gab, sondern dass der Namensgeber des Meckel-Divertikels, Johann Friedrich Meckel, der Jüngere, einer Familiendynastie angehört, die eine der bedeutendsten anatomischen Lehr- und Forschungssammlungen begründet hat, die bis in die heutige Zeit weitergeführt wurde und in ihrer Einzigartigkeit erhalten ist.

Die Sammlungen befinden sich im Institut für Anatomie und Zellbiologie der Universität Halle-Wittenberg. Das Institut selbst ist als Gebäude bereits eine Reise wert. Historie und Moderne treffen hier in einer Symbiose zusammen und dienen damals wie heute der Ausbildung und Wissenschaft. Betritt man die Meckel’schen Sammlungen, erreicht man eine andere Welt und kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Die Sammlungen sind mit viel Enthusiasmus, Liebe zum Detail und Geld seit der Wende wiederhergestellt worden. Hauptverantwortlich hierfür ist Rüdiger Schultka, ehemaliger Direktor des Instituts und Gründer des Fördervereins Meckelsche Sammlungen.

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„Das vorzüglichste Cabinett“ fasst Ausschnitte dieser einzigartigen Sammlung auf 300 Seiten in einem fantastischen Hochglanzbildband zusammen. Der Band gibt faszinierende Einblicke in die Entstehung und den Werdegang der Sammlungen und demonstriert ausgewählte Präparate der Sammlungsbereiche. Zu vielen Präparaten gibt es Anekdoten, und man merkt sofort, dass es sich um keinen verstaubten Museumsführer handelt, sondern wie von selbst ist man von den vielen, ästhetisch in Szene gesetzten Einblicken in den menschlichen oder tierischen Körper enorm gefesselt, da man das meiste davon so noch nie gesehen hat. Ganz nebenbei lernt man auch noch Anatomie.

„Das vorzüglichste Cabinett“ ist nicht nur für Mediziner ein Muss, es ist auch allen medizinischen Fachberufen und interessierten Laien unbedingt zu empfehlen. Friedrich Paulsen

Rüdiger Schultka: Das vorzüglichste Cabinett. Die Meckelschen Sammlungen zu Halle (Saale). Stekovics, Wettin-Löbejün 2012, 296 Seiten, gebunden, 35 Euro

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