ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2013Prävention: Ärzte sind keine Präventionsmanager
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Dass Beratung mit dem Ziel gesundheitsfördernden und Krankheiten vorbeugenden Verhaltens integraler Bestandteil ärztlicher Tätigkeit ist, wird niemand ernsthaft in Abrede stellen wollen. Als „Primärpräventionsspezialist“, womöglich als Beauftragter der Kranken(„Gesundheits“)kassen, allerdings könnte der Arzt seinen Beruf als Heiler und Helfer verfehlen. Begriffe wie „Präventionsmanagement“ und „Präventionslotsen“ sind gleichermaßen schönfärberisch wie verzichtbar. Ärzte sollten sich nicht als „Gesundheitsapostel“ zu profilieren versuchen. Wir begegnen mündigen Bürgern, die über ihren Umgang mit Gesundheitsrisiken selbst zu entscheiden haben. Zuwendung und Akzeptanz sind neben medizinischer Qualifikation gefragter als der erhobene Zeigefinger. Damit sind die Möglichkeiten der ärztlich initiierten Gesundheitsvorsorge, insbesondere eines diesbezüglichen „Managements“ auch sehr begrenzt. Wer jemals versucht hat, zum Beispiel Migräne-Patienten die eigentlichen Ursachen ihres Leidens nahezubringen und zu einer Einstellungs- und Verhaltensänderung zu bewegen, wird diese Sicht der Dinge bestätigen können.

Dr. med. Wolf-Rüdiger Palmer, 26725 Emden

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