ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2013Kurzgeschichten: Mit scharfen schnellen Schnitten

KULTUR

Kurzgeschichten: Mit scharfen schnellen Schnitten

Dtsch Arztebl 2013; 110(5): A-190 / B-176 / C-176

Gerst, Thomas

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Scharf und schnell müssen sie sein – die Schnitte des Chirurgen, es gilt keine Zeit zu verlieren. Der ehemalige Ordinarius und Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik der RWTH Aachen hat das Skalpell mit dem Schreibgerät getauscht und Anekdotisches aus seinem langem Berufsleben zu Papier gebracht.

Es sind allesamt kurze Geschichten, die von Patienten in Extremsituationen von Krankheit und Leid handeln. Dem Chirurgen vertrauen sie sich an, ihm offenbaren sie Ängste und Sorgen, wobei mitunter Skurriles und Überraschendes zutage tritt. Schumpelick erzählt keine Geschichten auf Kosten der ihm Anvertrauten, sondern plädiert für den einfühlsamen Umgang des Arztes mit Menschen in dieser verletzlichen Phase, in der sie vieles von sich preisgeben.

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Das Spektrum des kurz Erzählten ist breit: vom Recht der Ärzte, ähnlich wie der Kapitän auf See, Nottrauungen zu vollziehen, dem unterschiedlichen Umgang der Völker mit Krankheit und Klinikaufenthalten, über Tapferkeit angesichts eines unausweichlichen Schicksals bis hin zu wirklich seltsamen Vorfällen, die sich auch in einem langen Chirurgenleben wohl nur einmal ereignen – wie etwa die Aprikosenpflanze, die einem Kern in einer Aussackung der Speiseröhre entspross und aus dem Schlund herauswuchs. Thomas Gerst

Volker Schumpelick: Unterm Messer. Patienten in der Chirurgie. Kaden, Heidelberg 2012, 176 Seiten, gebunden, 19,90 Euro

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