ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2013Positionspapier: Risikomanagement für medizinische Netzwerke

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Positionspapier: Risikomanagement für medizinische Netzwerke

Dtsch Arztebl 2013; 110(5): A-185 / B-171 / C-171

Krüger-Brand, Heike E.

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Mit dem zunehmenden Ausbau der Netzwerkinfrastruktur und der Vernetzung von IT-Systemen und Medizinprodukten in Krankenhäusern wächst die technische Komplexität und damit die Fehleranfälligkeit einzelner angeschlossener Komponenten. Das Risiko für Patienten und Anwender bei Zwischenfällen oder einem IT-Ausfall steigt. Die im Oktober 2010 von der International Electrotechnical Commission (IEC) veröffentlichte Norm IEC 80001–1 für das Risikomanagement in der medizinischen Informationstechnologie hat in vielen Krankenhäusern zu Verunsicherung bezüglich Verantwortlichkeiten und Haftungsrisiken geführt.

Im „InfoCenter“ unter www.vde.com kann das Positionspapier kostenfrei bestellt werden.
Im „InfoCenter“ unter www.vde.com kann das Positionspapier kostenfrei bestellt werden.

Experten der Deutschen Gesellschaft für Biomedizinische Technik im VDE haben daher gemeinsam mit der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin ein Positionspapier zum Risikomanagement von vernetzten Medizinprodukten in der Intensiv- und Notfallmedizin erarbeitet. Das Positionspapier beschreibt die Konsequenzen der IEC-Norm für Betreiber, Anwender und Hersteller und gibt Empfehlungen zur praktischen Umsetzung.

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„Inzwischen gibt es mehr Medizingeräte im Netzwerk als es Computernetzwerke gibt“, betonte Prof. Dr. med. Michael Imhoff, Boston Medtech Advisors Europe Group GmbH, einer der Autoren des Positionspapiers. Dem Experten zufolge ist die schrittweise Einführung eines strukturierten Managements von medizinischen IT-Netzwerken (MIT) für die Kliniken zwingend erforderlich, da die Komplexität der klinischen Prozesse und der Schnittstellen weiter zunehmen wird. In diesem Risikomanagementprozess müssen potenzielle Bedrohungssituationen analysiert und bewertet werden. Eine zentrale Rolle kommt hierbei künftig dem MIT-Risikomanager zu, der die Schnittstelle zu den klinischen Abteilungen, der Medizintechnik, der IT-Abteilung und den Medizinprodukteherstellern darstellt und das Risikomanagement koordinieren soll.

Der Mehraufwand an Personal und Dokumentation zur Umsetzung der Norm zahlt sich nach Einschätzung der Autoren mittel- bis langfristig aus, da sich dadurch Probleme im späteren Verlauf vermeiden oder zumindest verringern lassen und sich bei Anschlussprojekten Aufwands- und Kostenersparnisse ergeben. Darüber hinaus empfehlen die Experten, zunächst bei ausgewählten Subnetzen, die innerhalb eines bestimmten Prozesses wichtig sind, anzusetzen und das Risikomanagement sukzessive auszudehnen.

Die Vorteile der Norm sind laut Positionspapier mehr Sicherheit für Patienten und Anwender, die Transparenz der Prozesse, der Zugewinn an Kompetenz und an technischer Information, die Reduzierung des Haftungsrisikos und eine Kostenverringerung. KBr

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