ArchivDeutsches Ärzteblatt18/1996PKV/Ärzte: Handlungsbedarf bei Berufsordnung
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LNSLNS Die Auffassung von Dr. Möhrle kann nicht unwidersprochen bleiben, die Aufnahme eines Arztes in ein Verzeichnis der PKV mit Behandlern zum Standardtarif sei ein Verstoß gegen die Berufsordnung. Der Punkt "Sonderverzeichnisse" ist eine hochumstrittene juristische Grauzone. Das Bundesverfassungsgericht hat die Aufnahme eines Anwaltes in einen Auskunftsdienst für rechtsuchende Bürger für zulässig erklärt. Für Ärzte kann im Hinblick auf diese Rechtsprechung kaum etwas anderes gelten. Schließlich hat der Patient das Recht auf freie Arztwahl. Dazu muß auch die Information in Form eines Verzeichnisses gehören, welche Ärzte bereit sind, ihn zu den speziellen Bedingungen einer Kran­ken­ver­siche­rung zu behandeln. Die Herausgabe eines Verzeichnisses durch die PKV wäre ein idealer Testfall, die entsprechende Vorschrift der MBO auf ihre Verfassungsmäßigkeit überprüfen zu lassen.
Die Auseinandersetzung um das PKV-Verzeichnis verdeutlicht den Handlungsbedarf für eine Reform der Vorschriften in der ärztlichen Berufsordnung, welche die Kommunikation des Arztes mit der Öffentlichkeit betreffen. Man darf gespannt sein, welche Diskussionen zu dieser Thematik auf dem Ärztetag im Juni geführt werden.
Dieter Barth, Abteilung für Arzt- und Arzneimittelrecht des Juristischen Seminars
der Universität Göttingen, Goßlerstraße 19, 37073 Göttingen
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