ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2013Pflegeausbildung: Weiter nach zehnjähriger Schulbildung möglich

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Pflegeausbildung: Weiter nach zehnjähriger Schulbildung möglich

afp; EB

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45 Prozent der Krankenpflegekräfte in Deutschland haben Abitur. Foto: dpa
45 Prozent der Krankenpflegekräfte in Deutschland haben Abitur. Foto: dpa

Im Streit um die Ausbildung von Pflegepersonal hat Deutschland im Europaparlament Rückendeckung erhalten. Der Ausschuss für Binnenmarkt lehnte am 23. Januar mehrheitlich Pläne der Brüsseler Kommission ab, für diese Berufe künftig EU-weit eine zwölfjährige Schulausbildung vorzuschreiben. Die Abgeordneten einigten sich auf einen Kompromiss, nach dem für eine duale Ausbildung zur Krankenschwester oder zum Krankenpfleger eine mindestens zehnjährige Schulzeit genügt. Alternativ ist für Abiturienten eine Hochschulausbildung möglich.

„Der Mensch fängt nicht erst mit dem Abitur an. Als Arzt habe ich mit vielen Krankenschwestern zusammengearbeitet. In der Praxis habe ich festgestellt, dass die gute Ausbildung und die oft lange Berufserfahrung in vielen Situationen oftmals mehr wert waren als ein Abitur oder mein Medizinstudium“, betonte der gesundheitspolitische Sprecher der EVP-Christdemokraten, Dr. med. Peter Liese. Nach seiner Meinung hätte die Anhebung der Zugangsvoraussetzungen zu einer dramatischen Verschärfung des Fachkräftemangels in der Pflege führen können.

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Mit der nun verabschiedeten Position wird das Parlament Verhandlungen mit dem Ministerrat beginnen. Die abschließende Abstimmung im Plenum könnte im Mai erfolgen. Dabei geht es um die gegenseitige Anerkennung von Berufsabschlüssen. Die Mobilität von Arbeitnehmern soll erleichtert werden.

Im Zuge der Abstimmung über die EU-Richtlinie vereinbarten die Abgeordneten auch einen „Vorwarnmechanismus“ für Ärzte, die in ihrem Heimatland ihre Zulassung verloren haben. So wurde kürzlich bekannt, dass ein in den Niederlanden gesuchter Arzt ohne gültige Zulassung in Deutschland jahrelang praktizieren konnte. afp/EB

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