ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2013Clostridium-difficile-assoziierte Diarrhö: Prophylaxe mit Probiotika ist offenbar wirksam

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Clostridium-difficile-assoziierte Diarrhö: Prophylaxe mit Probiotika ist offenbar wirksam

Dtsch Arztebl 2013; 110(5): A-181 / B-167 / C-167

Siegmund-Schultze, Nicola

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Zehn bis 20 Prozent der antibiotikaassoziierten Diarrhöen werden durch das toxinproduzierende Bakterium Clostridium difficile (CD) ausgelöst. Die CD-assoziierte Diarrhö (CDAD) ist eine schwere Komplikationen von Antibiotikatherapien, verursacht durch Störungen der protektiven, gastrointestinalen Bakterienflora.

Nach systematischer Literaturrecherche wurde in einer Metaanalyse untersucht, ob Probiotika mit Bifidobakterien, Lactobacillus-, Streptococcus-Spezies und Saccharomyces (in verschiedenen Kombinationen) Erwachsene und Kinder bei Antibiotikatherapie vor der CDAD schützen können.

Die Autoren analysierten 20 seit 1989 publizierte randomisierte kontrollierte Studien mit 3 818 Teilnehmern, in denen die Gaben von Probiotika mit Placebo oder keiner Behandlung verglichen wurden. Die Probiotikaeinnahme reduzierte die Inzidenz der CDAD um 66 % (relatives Risiko 0,34; 95-%-Konfidenzintervall [KI]) 0,24 bis 0,49). In einer Population mit einer Inzidenz von 5 % für eine CDAD verhindert die prophylaktische Probiotikaeinnahme der Analyse zufolge 33 CDAD-Episoden bei 1 000 antibiotikabehandelten Patienten (KI 25 bis 38). Probiotika seien sicher, so die Autoren. Unerwünschte Effekte, in 17 Studien berichtet, betrafen 9,3 % der probiotikabehandelten Teilnehmer und zwölf Prozent der Kontrollgruppen.

Fazit: Eine aktuelle Metaanalyse von randomisierten kontrollierten Studien kommt zu dem Ergebnis, dass es eine „mindestens moderate Evidenz“ für einen prophylaktischen Effekt von Probiotika vor CDAD bei Antibiotikatherapie gibt.

Dr. rer. nat. Nicola Siegmund-Schultze

Johnston BC, Ma SY, Goldenberg JZ, et al.: Probiotics for the prevention of Clostridium difficile-associated diarhhea: a systematic review and meta-analysis. Ann Intern Med 2012; 157: 878–88.

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