ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2013Randnotiz: Später Charme der Praxis

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Randnotiz: Später Charme der Praxis

Dtsch Arztebl 2013; 110(5): A-157 / B-145 / C-145

Rieser, Sabine

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Melissa Camara Romero musste ein Jahr lang mit ihrem Medizinstudium pausieren. Kein Wunder: Sie war 2012 Präsidentin der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) und schien auf Diskussionspodien zu leben. Noch immer will man von ihr, aber auch den nachgerückten Präsidiumskollegen wissen, wie angehende Ärztinnen und Ärzte ticken und mit welchen Tricks man sie in die heimische Patientenversorgung locken könnte.

Die Unabhängigkeit sei vielen Kommilitonen wichtig, erläuterte Romero Mitte Januar beim Kongress des Bundesverbands Managed Care. Unabhängigkeit bedeute räumliche Flexibilität: „Wenn mir der Job oder die Gegend nicht mehr gefällt, suche ich mir etwas anderes.“ Deshalb seien Klinikstellen attraktiver als eine eigene Praxis.

Bei der bvmd weiß man zudem, dass Unternehmertum nichts ist, worum Medizinstudierende sich reißen. Auch dass die Niederlassung den meist zutreffenden Ruf hat, dafür müsse man neben der Mobilität seinen Forschergeist begraben, trägt nicht zur Lust auf Praxis bei.

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Der Spitzenverband Fachärzte (SpiFa) hat der bvmd trotz aller betrüblichen Worte kürzlich seinen Perspektivpreis verliehen, der mit 5 000 Euro verbunden ist. Die Organisation sei ein Beispiel für Dialog und Mitgestaltung bei Themen der fachärztlichen Versorgung, hieß es. SpiFa-Vorstand Dr. med. Andreas Gassen blickte auch weniger trübe in die Zukunft als andere Kollegen. Er habe sich als junger Arzt ebenfalls keine Praxis vorstellen können, sagte Gassen. Später, mit Familie, gewann die Idee an Charme. „Sie können auch nicht 30 Auslandsjahre absolvieren“, ergänzte er. Das merken sicher auch noch die Jungen.

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