ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2013Implantat: Korrektur der kindlichen Skoliose

TECHNIK

Implantat: Korrektur der kindlichen Skoliose

Dtsch Arztebl 2013; 110(6): A-236 / B-220 / C-221

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Röntgenaufnahme von der verkrümmten Wirbelsäule eines Jungen. Foto: dpa
Röntgenaufnahme von der verkrümmten Wirbelsäule eines Jungen. Foto: dpa

Ein mitwachsendes Wirbelsäulenimplantat zur Korrektur der kindlichen Skoliose wurde erstmals an der Charité – Universitätsmedizin Berlin eingesetzt. Das System kann schwere Formen der Wirbelsäulenverkrümmung begradigen und ermöglicht eine Korrektur in allen drei Ebenen der Verkrümmung. Zudem erspart es betroffenen Kindern zahlreiche Operationen, die aufgrund des Wachstums zwischen dem dritten und dem zehnten Lebensjahr bisher etwa alle sechs Monate notwendig waren.

Bei der Operation wird zunächst der Scheitel der Wirbelsäulenkrümmung mittels spezieller Instrumente und Stab-Schrauben-Verbindungen dreidimensional korrigiert. Am oberen und unteren Ende der Krümmung werden in die Wirbelkörper Schrauben eingebracht. Diese enthalten eine Öffnung, durch die der Stab gleiten kann. Dadurch wird es der Wirbelsäule ermöglicht, am Stab entlang in einer gesunden Form weiter zu wachsen.

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Der Vorteil sei, dass lange Strecken der Wirbelsäule nicht versteift werden müssten, erläutert Priv.-Doz. Dr. med. Michael Putzier, Leiter der Wirbelsäulenchirurgie an der Klinik für Orthopädie am Campus Charité Mitte. Nur im Scheitel der Skoliose werden die Schrauben nach Korrektur der Krümmung verschlossen. Der darin liegende Stab ist unbeweglich, die Krümmung kann nicht wieder zunehmen.

Wächst die Wirbelsäule und driften die Wirbelkörper auseinander, bildet der Stab eine Art Gleis, an dem die Wirbelsäule wie auf Schienen wächst. An diesen inneren Schienen kann die wachsende Wirbelsäule in ihrer natürlichen Form entlanggleiten. Die 4,5 Millimeter dicken Stäbe aus Edelstahl werden vor der Operation anhand der Anatomie des Kindes und der gewünschten Begradigung vom Operateur angepasst. Anschließend wird der Rücken des Kindes alle sechs Monate durch Röntgenaufnahmen überprüft. Das System ist für Kinder zwischen drei und zehn Jahren zugelassen. EB

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