ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2013Paroxysmales Vorhofflimmern: Radiofrequenzablation und Antiarrhythmika ebenbürtig

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Paroxysmales Vorhofflimmern: Radiofrequenzablation und Antiarrhythmika ebenbürtig

Dtsch Arztebl 2013; 110(6): A-225 / B-211 / C-211

Vetter, Christine

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Um die langfristige Effektivität der initialen Behandlung zu vergleichen, wurden 294 Patienten (mittleres Alter 55 Jahre) mit symptomatischem paroxysmalem Vorhofflimmern (VHF) in der MANTRA-PAF-Studie (Medical Antiarrhythmic Treatment or Radiofrequency Ablation in Paroxysmal Atrial Fibrillation) randomisiert und mittels einer Radiofrequenzablation (n = 146) oder Antiarrhythmika der Klasse IC oder III (n = 148) behandelt. Primärer Endpunkt war die kumulative Dauer des VHF im 7-Tage-Langzeit-EKG nach 3, 6, 12, 18 und 24 Monaten.

Zwischen den beiden Gruppen ergab sich bis zu einem Zeitraum von 18 Monaten kein signifikanter Unterschied der Arrhythmielast (90. Perzentile 13 und 19 %, p = 0,10). Erst nach 24 Monaten zeigte sich eine signifikante Überlegenheit der Radiofrequenzablation gegenüber der medikamentösen Therapie (90. Perzentile: 9 versus 18 %, p = 0,007, Grafik). Außerdem waren mit 85 versus 71 % signifikant (p = 0,004) mehr Patienten VHF-frei und auch mehr Patienten (93 versus 84 %, p = 0,01) frei von symptomatischem VHF. Allerdings kam es unter der Radiofrequenzablation zu einem tödlichen Schlaganfall und in drei Fällen zu einer Herztamponade. Bei 36 % der Patienten mit initial medikamentöser Therapie erfolgte im Verlauf der Studie aufgrund wiederholter VHF-Episoden eine Katheterablation. Die Lebensqualität besserte sich in beiden Gruppen, ein signifikanter Unterschied bestand nicht.

Belastung durch Vorhofflimmern (in den Perzentilen 70 bis 90) bei VHF-Patienten während der Einnahme von Antiarrhythmika oder bei Frequenzablation
Belastung durch Vorhofflimmern (in den Perzentilen 70 bis 90) bei VHF-Patienten während der Einnahme von Antiarrhythmika oder bei Frequenzablation
Grafik
Belastung durch Vorhofflimmern (in den Perzentilen 70 bis 90) bei VHF-Patienten während der Einnahme von Antiarrhythmika oder bei Frequenzablation

Fazit: „Die mit nur knapp 300 Patienten sehr kleine Studie zeigt, dass die Hochfrequenzablation ein nachhaltiges und bei geeigneten Patienten ein der pharmakologischen Therapie sicher nicht unterlegenes Behandlungsverfahren des symptomatischen paroxysmalen Vorhofflimmerns darstellt“, erläutert Prof. Dr. med. Christoph Bode, Ärztlicher Direktor der Medizinischen Klinik III des Universitätsklinikums Freiburg. Da ein Drittel der Patienten in der medikamentösen Gruppe auch eine Ablation erhielt, weil die medikamentöse Therapie versagte, sei davon auszugehen, dass die Hochfrequenzablation für viele Patienten sogar die überlegene Behandlung ist. Die Komplexität der invasiven Therapie birgt laut Bode aber Risiken, die mit den Patienten eingehend besprochen werden müssen.

Christine Vetter

Nielsen JC, et al.: Radiofrequency ablation as initial therapy in paroxysmal atrial fibrillation. NEJM 2012; 367: 1587–95. MEDLINE

Belastung durch Vorhofflimmern (in den Perzentilen 70 bis 90) bei VHF-Patienten während der Einnahme von Antiarrhythmika oder bei Frequenzablation
Belastung durch Vorhofflimmern (in den Perzentilen 70 bis 90) bei VHF-Patienten während der Einnahme von Antiarrhythmika oder bei Frequenzablation
Grafik
Belastung durch Vorhofflimmern (in den Perzentilen 70 bis 90) bei VHF-Patienten während der Einnahme von Antiarrhythmika oder bei Frequenzablation

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Deutsches Ärzteblatt plus
zum Thema

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema