ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2013Schach: Ein Bamberger Recke

SCHLUSSPUNKT

Schach: Ein Bamberger Recke

Dtsch Arztebl 2013; 110(6): [72]

Pfleger, Helmut

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Foto: Dagobert Kohlmeyer
Foto: Dagobert Kohlmeyer

So ein Ärzteschachturnier ist, wie ich an dieser Stelle bereits in der Vergangenheit wahrlich nicht zu selten verkündet habe, etwas Schönes (falls Sie das zu glauben bereit sind, kommen Sie doch zum nächsten vom 19. bis 21. April, wiederum in Bad Neuenahr). Zumindest im Großen und Ganzen. Denn davor haben die Götter die Anreise gesetzt. Wobei ich mich nicht allzu sehr beklagen will, schließlich haben die mildtätigen Seelen Prof. Dr. med. Peter Krauseneck nebst Gattin aus der schönsten Stadt Deutschlands, sprich Bamberg, die Münchener Dr. med. Kurt Baum und mich in ihrem schmucken Gefährt mitgenommen und dafür sogar die Kindersitze hinten entfernt – so sitzt es sich ab einem gewissen Alter doch bequemer.

In der Mittelablage verblieben allerdings sehr wohl allerlei Spielfiguren wie Piraten, Tod und so weiter, mit denen Kurt und ich uns mangels eines Schachspiels vergnügen konnten. Eine Zeit lang geht das auch, begleitet von mehr oder weniger munterem Geplauder, ganz gut. So erfahre ich beispielsweise von einem bekannten Nürnberger Schachspieler namens Hirn, der sich unter dem sinnigen Pseudonym „Vorfuß“ auf der Webseite „schach.de“ mit Kurt alias „Maiwonne“ heftige Blitzschlachten (5-Minuten-Partien) liefert.

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Außerdem vermeldet der „Fränkische Tag“ just an diesem Freitag der Anreise, dass der Bamberger Schachklub von 1868 aufgestiegen sei. Und warum ist ihnen das geglückt? Nun, nicht zuletzt deshalb, weil Peter all seine acht Partien gewonnen hat; offenbar wütet er nicht nur bei Ärzteturnieren, sondern auch in heimischen Gefilden. Jetzt sind Sie auch für seine Antwort – mit ironischem Zwinkern – auf meine Frage gerüstet, warum sein Autokennzeichen mit der Zahl elf ende: „Weil ich die „1“ nicht bekommen habe!“

Unsere Fahrt hätte also ein wohliges Dahingleiten sein können, wären wir nicht in einen üblen Stau geraten. Selbstverständlich provoziert das den Ausruf: „Wären wir doch andersrum gefahren!“ Das erinnert mich – schließlich habe ich so kurz vor dem Turnier nur noch Schach im Kopf – an das Wehklagen: „Hätte ich doch den Isolani am Damenflügel belagert, statt unter Opfern alles auf den Königsangriff zu setzen!“

Derweil vermeldet das Autoradio zwar nichts Nützliches zum Stau, indes die Nachricht, dass wegen der hohen Treibstoffpreise die Diebstähle von Diesel zugenommen hätten; ein offenbar höflicher und humorvoller Dieb schrieb sogar „Danke“ auf den beraubten Tank.

Schließlich kommen wir aber doch noch rechtzeitig und wohlbehalten in Bad Neuenahr an; Peter spielt fast so erfolgreich wie in Bamberg, nur fällt diesmal leider keine Opferkombination für die Spalte ab. Doch Gott sei Dank gibt es „Blitzabende“ (mit 5-Minuten-Partien) im so gloriosen Bamberger Schachklub.

Sehen Sie, wie Prof. Krauseneck als Weißer am Zug den schwarzen König von Ralf Mittag (auch ein wertvolles Mitglied der Mannschaft und starker „Blitzer“) unter Getöse – also ganz anders als sein sanfter Fahrstil – so überfiel, dass diesem Hören und Sehen verging?

Lösung:

Nach dem im wahrsten Sinne des Wortes durchschlagenden Damenopfer 1. Dxg6! mit den schrecklichen Drohungen 2. Dxh7 und 2. Dxg7 matt gab Schwarz schon auf, weil die einzig plausible Opferannahme mit 1. . . . fxg6 den „wunderschönen“ Erstickungstod des schwarzen Königs durch 2. Se7++ (Doppelschach) Kh8 3.Sxg6 matt nach sich zöge. Übrigens wäre auch 2. Sf6++ (wiederum Doppelschach) Kh8 3. Txh7 matt eine hübsche Alternative.

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