ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2013Dekubitus: Intelligentes Prophylaxesystem

TECHNIK

Dekubitus: Intelligentes Prophylaxesystem

Dtsch Arztebl 2013; 110(6): A-236 / B-220 / C-221

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Zur Vorbeugung eines Dekubitus wird ein älterer Patient eingecremt und entsprechend gelagert. Foto: picture alliance
Zur Vorbeugung eines Dekubitus wird ein älterer Patient eingecremt und entsprechend gelagert. Foto: picture alliance

Das Wundliegen von immobilen oder teilimmobilen Patienten ist in der pflegerisch-medizinischen Versorgung ein weitverbreitetes Problem, das zu Druckgeschwüren führen kann. Zusammen mit drei Kooperationspartnern hat das Department für Pflegewissenschaft der Universität Witten/Herdecke ein Antidekubitussystem entwickelt, dass sich von bisherigen Systemen vor allem durch eine intelligente Software unterscheidet. Diese „erkennt“ die Lage des Patienten, ermöglicht dadurch eine optimale Einstellung und gibt den Pflegenden Hinweise, zu welchem Zeitpunkt ergänzende Maßnahmen zur Umlagerung erfolgen müssen.

Das System umfasst 20 unabhängige Luftkammern, in denen mittels eines kontinuierlichen Luftstroms ein bestimmter Druck aufrechterhalten wird. Dieser führt je nach Programm zu einer größtmöglichen Druckentlastung. Gleichzeitig zeichnet das System die jeweilige örtliche Druckbelastung auf und kann so eine gegebenenfalls vorhandene Restmobilität des Patienten erkennen, dokumentieren und ein Signal geben, dass die Erforderlichkeit zusätzlicher Maßnahmen anzeigt.

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Die Vorteile des Systems: Es lokalisiert druckbelastete Stellen, erkennt deren Größe, unterstützt automatisch die optimale Weichlagerung und erkennt die Nichtbewegung des Patienten nach einstellbaren Parametern, wie der Zeit oder der Druckschwellwerte. Fachpflegekräfte werden dadurch bei der Erkennung von Nichtbewegung und der Versorgung des Patienten unterstützt.

Die Entwicklung des Antidekubitussystems wurde im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert und als ZIM-Erfolgsprojekt ausgezeichnet (www.zim-bmwi.de/erfolgsbeispiele). Einsatzbereiche des Systems sind Kliniken, Altenheime und der häusliche Bereich.

Informationen: Otto Inhester, Otto.Inhester@uni-wh.de EB

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