ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2013Contergangeschädigte: Koalition sagt Hilfen von 120 Millionen Euro zu

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Contergangeschädigte: Koalition sagt Hilfen von 120 Millionen Euro zu

Dtsch Arztebl 2013; 110(6): A-200 / B-188 / C-188

Korzilius, Heike

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Um die Lebensqualität von Contergangeschädigten zu verbessern, sollen 120 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden. Das hat der Koalitionsausschuss von CDU/CSU und FDP am 31. Januar beschlossen. Mit dem Geld sollen die Renten der Betroffenen erhöht werden. Außerdem soll ein Fonds eingerichtet werden, aus dem Mittel für Rehabilitation, Heil- und Hilfsmittel gezahlt werden, wenn diese Maßnahmen nicht von anderen Kostenträgern übernommen werden, erklärte die familienpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dorothee Bär.

Protest für bessere Entschädigung: 5 000 Kinder kamen in Deutschland mit Fehlbildungen zur Welt, weil ihre Mütter in der Schwangerschaft Contergan eingenommen hatten. Foto: dapd
Protest für bessere Entschädigung: 5 000 Kinder kamen in Deutschland mit Fehlbildungen zur Welt, weil ihre Mütter in der Schwangerschaft Contergan eingenommen hatten. Foto: dapd

Der Bundestag hatte bereits in der vergangenen Legislaturperiode die Bundesregierung aufgefordert, einen Forschungsauftrag zu vergeben. Die Studie sollte zeigen, wie die Lebenssituation von Contergangeschädigten verbessert werden kann. Danach, sagte Bär, habe die jahrelange Fehl- und Überbelastung ursprünglich gesunder Gliedmaßen und Gelenke bei den Betroffenen schwere Arthrosen und Verschleißerscheinungen zur Folge. Nahezu alle Contergangeschädigten litten an Schmerzen, und schon heute habe etwa die Hälfte von ihnen Assistenzbedarf und sei pflegebedürftig. Bär zufolge will die Koalition jetzt schnell eine Änderung des Conterganstiftungsgesetzes auf den Weg bringen, damit das Geld den Betroffenen rasch zur Verfügung steht.

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Die angekündigten Hilfen von 120 Millionen Euro seien „eine kleine Revolution“, meinte Christian Stürmer vom Contergannetzwerk Deutschland am 1. Februar in einer Anhörung des Familienausschusses. Die Abgeordneten müssten nun ihrer Verantwortung nachkommen und schnelle Entscheidungen zugunsten der Opfer treffen. HK

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