ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2013Arzthaftpflicht: Existenzgefährdend

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Arzthaftpflicht: Existenzgefährdend

Dtsch Arztebl 2013; 110(6): A-226 / B-212 / C-212

Path, Werner

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Die horrenden Berufshaftpflichtprämien sind für Hebammen und geburtshilflich tätige Gynäkologen (Belegärzte) existenzgefährdend. Wegen der nicht mehr zahlbaren Beträge kapitulieren immer mehr Hebammen und Gynäkologen und geben ihre geburtshilfliche Tätigkeit auf.

Ebenso sind kleinere Kliniken davon nicht verschont. So gibt es im Kreis Warendorf (278 145 Einwohner, Fläche 1 317 km²) nur noch zwei geburtshilfliche Abteilungen, eine Hauptabteilung mit Kinderklinik und meine Belegabteilung. Die für uns Belegärzte zu zahlende Berufshaftpflichtprämie für die Geburtshilfe lässt eine wirtschaftliche Führung der Abteilung eigentlich nicht mehr zu.

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Mit der derzeitigen EBM-Honorierung sind diese Prämien nicht zu erwirtschaften. Die Schließung kleinerer Häuser, besonders Belegabteilungen mit zwischen 500 bis 800 Geburten, ist in Zukunft unvermeidbar. Dies ist das Aus für die familienorientierte sanfte und selbstbestimmte Geburt mit Eins-zu-eins-Betreuung durch Gynäkologe und Hebammen. Zwangsläufig wird dann die Geburtshilfe nur noch in großen Zentren durchgeführt . . .

Auch ist eine geburtshilfliche Abteilung in den Landkreisen dann nicht mehr so ohne Weiteres erreichbar, lange Anfahrtswege mit den entsprechenden Risiken sind unumgänglich.

Die Politik ist aufgefordert, schnellstens zu handeln. Deutschland sollte sich an anderen europäischen Ländern wie zum Beispiel Norwegen orientieren.

Dr. med. Werner Path, 59320 Ennigerloh

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