ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2013Pandemieplanung: Schwierige Vorhersagen

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Pandemieplanung: Schwierige Vorhersagen

Dtsch Arztebl 2013; 110(6): A-199 / B-187 / C-187

Richter-Kuhlmann, Eva

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Auf unkalkulierbare Schwierigkeiten bei der Bekämpfung von Pandemien haben Experten Ende Januar bei einer Anhörung im Deutschen Bundestag hingewiesen. Anlass war ein Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, die mehr Flexibilität und Transparenz bei der Pandemiebekämpfung fordern, was die Experten weitgehend unterstützen.

Prof. Dr. David Harper von der Welt­gesund­heits­organi­sation wies allerdings darauf hin, dass es bei einem neu aufgetretenen Virus immer schwierig sei, die Ausbreitung und den Schweregrad des Krankheitsverlaufs vorherzusagen. Mit Blick auf die „Schweinegrippe“ von 2009/2010 verteidigte Prof. Dr. René Gottschalk von der Schutzkommission beim Bundesinnenministerium das Vorgehen der Regierung. Die Ausgaben für den Impfstoff seien notwendig gewesen, denn: „Das Risiko war nicht kalkulierbar.“

H1N1, Auslöser der „Schweinegrippe“ – deren milder Verlauf 2009/2010 war nicht vorhersehbar. Foto: picture alliance
H1N1, Auslöser der „Schweinegrippe“ – deren milder Verlauf 2009/2010 war nicht vorhersehbar. Foto: picture alliance
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Kritisiert wurde die damalige Kommunikationspolitik. Prof. Dr. med. Reinhard Burger vom Robert-Koch-Institut räumte ein, dass in der Öffentlichkeit erhebliche Verwirrung darüber geherrscht habe, welchen Impfstoff man verwenden solle. Unterschiedliche Impfempfehlungen innerhalb der Ärzteschaft seien ebenfalls unproduktiv gewesen. Auch Hausärzte hätten zum Kreis der Impfkritiker gehört, bestätigte Prof. Dr. med. Klaus-Dieter Kossow vom Deutschen Hausärzteverband. Dr. med. Paul Rheinberger von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung wies zudem auf strittige Vergütungsregelungen hin. Künftig müssten diese im Voraus und einheitlich geregelt werden. ER

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