ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2013Ärztemangel: Ein wesentlicher Grund
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

In dem Beitrag zum Ärztemangel in deutschen Krankenhäusern haben die Autoren einen wesentlichen Grund leider nicht einmal erwähnt.

Warum haben denn kleine Krankenhäuser so starke Probleme, vor allem Assistenzärzte zu finden und Unikliniken nicht?

Anzeige

Aus meiner Sicht ist die Weiterbildung eine wesentliche Ursache. In vielen kleineren Häusern können junge Ärzte häufig nur Bruchteile ihrer Facharztweiterbildung absolvieren, da durch das eingeschränkte Spektrum kleinerer Krankenhäuser die Ermächtigungen häufig nur ein bis drei Jahre erteilt werden. Junge Ärzte wollen aber auch eine berufliche Perspektive. In einer Uniklinik kann im Gegenteil hierzu in der vorgegebenen Minimalzeit der Facharzt geschafft werden. Die Ursache hierfür liegt darin, dass die Weiter­bildungs­ordnungen im Wesentlichen von denen gestrickt werden, die in großen Häusern tätig sind. Insbesondere in den chirurgischen Fächern wird seit Jahrzehnten durch unrealistische OP-Kataloge erreicht, dass junge Mediziner in große Häuser gezwungen werden, um ihren Facharzt zu machen. Nun könnte die Lösung in Kooperationen liegen, die kleinere Häuser abschließen. Dies scheitert häufig daran, dass große Kliniken kein Interesse an solchen Kooperationen haben, da sie mit den kleineren Häusern wirtschaftlich und am Arbeitsmarkt konkurrieren.

Hier sollte die Politik eingreifen und große Häuser dazu zwingen, Weiterbildungspartnerschaften einzugehen. Auch arbeitsrechtlich sollten Krankenhäuser gezwungen werden, wenn sie Assistenzärzte beschäftigen, deren Weiterbildung sicherzustellen.

Stefan Lüdcke, 14469 Potsdam

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige