ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2013Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

KULTUR

Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

Dtsch Arztebl 2013; 110(6): A-234 / C-220

Schuchart, Sabine

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Versöhnliche, amüsante sowie äußerst dramatische Familiengeschichten – das Deutsche Ärzteblatt stellt eine Auswahl sehenswerter Neustarts vor.

DRAMA

Ab 7. Februar:

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Renoir

Foto: Arsenal Film
Foto: Arsenal Film

Trotz seiner schweren Erkrankung, die ihn an den Rollstuhl fesselt, malt Pierre-Auguste Renoir (Michel Bouquet) auch in hohem Alter unermüdlich im verwunschenen Eden seines Gartens an der Côte d’Azur. Durch das jugendliche Aktmodell Andrée (Christa Theret) schöpft er neue Lebenskraft – ebenso wie sein Sohn Jean (Vincent Rottiers), der gerade verletzt und desillusioniert aus dem Ersten Weltkrieg zurückgekehrt ist. Der künftige berühmte Regisseur verliebt sich in die rothaarige Schöne, die er später heiraten wird. In ruhigen, prachtvoll ausgeleuchteten Bildern taucht der Film ein in die Zeit zwischen dem letzten kreativen Aufleben des alten Malers und dem neuen Leben, das sich für Jean abzeichnet.

Frankreich 2012, 112 Min.

Ab 14. Februar:

Ende der Schonzeit

Ein Bauernhof im Schwarzwald 1942. Die wortkarge Ehe von Emma (Brigitte Hobmeier) und Fritz (Hans-Jochen Wagner) ist überschattet von ihrer Kinderlosigkeit. Eines Nachts entdeckt Fritz den Juden Albert (Christian Friedel) und gewährt ihm Unterschlupf. Es entwickelt sich eine Beziehung, die so weit geht, dass Fritz Albert bittet, an seiner Stelle mit Emma ein Kind zu zeugen. Franziska Schlotterers brillantes Kinodebüt schildert sensibel die beklemmenden Folgen der menschenverachtenden Nazizeit.

Deutschland/Israel 2012, 100 Min.

Ab 14. Februar:

Quellen des Lebens

Anhand seiner eigenen dramatischen Familienchronik, die er schon in seinem letztes Jahr erschienenen Roman „Herkunft“ verarbeitete, entwirft Oskar Roehler („Die Unberührbare“) ein exzessives, faszinierendes und zuweilen schockierendes Bild seiner Vergangenheit und der deutschen Geschichte zwischen 1949 und 1980. Eine grandiose Schauspielerriege mit dem fantastischen Jürgen Vogel sowie unter anderem Meret Becker, Moritz Bleibtreu und Sonja Kirchberger sorgt für drei fesselnde Kinostunden.

Deutschland 2013, 174 Min. (FSK: 12)

Ab 21. Februar:

The Master

Paul Thomas Anderson („There Will Be Blood“) engagierte zwei schauspielerische Hochkaräter, die beide prompt für ihre Rollen mit den Golden Globes ausgezeichnet wurden: Philip Seymour Hoffman verführt als Scientology-ähnlicher Sektengründer, der behauptet, Krankheiten unter Hypnose heilen zu können, den traumatisierten US-Kriegsheimkehrer Joaquin Phoenix. Der Film ist keine Abrechnung mit Scientology, sondern zeigt, wie Menschen bei ihrer Orientierungssuche oft nicht zwischen Sinnstiftung und Scharlatanerie unterscheiden können.

USA 2012, 137 Min. (FSK: 16)

Komödie/Musical

Ab 21. Februar:

Les Misérables

Victor Hugos monumentaler Roman „Die Elenden“, der im 19. Jahrhundert die Geschichte des Exsträflings Jean Valjean erzählt, feierte auch als Musicalversion Riesenerfolge. Die gesungene Bühnenfassung kommt nun mit Starbesetzung (Russell Crowe, Anne Hathaway, Isabelle Allen, Eddie Redmayne, Helena Bonham Carter und Amanda Seyfried) und großartiger Ausstattung in die Kinos, was Tom Hoopers Verfilmung trotz einiger erzählerischer und inszenatorischer Schwächen einen Golden Globe bescherte.

Großbritannien 2012, 158 Min. (FSK: 12)

Ab 28. Februar:

Kinder haften für ihre Eltern

Alice (Marisa Tomei) bricht zu einer Geschäftsreise auf. Ihre drei Kinder – nach modernsten psychologischen Erkenntnissen erzogen – werden von Großvater Artie (Billy Crystal) und Großmutter Diane (Bette Midler) betreut. Doch das Babysitting droht, gründlich schiefzugehen. Als die Enkel Artie auf der Nase herumtanzen, greift er auf traditionelle Erziehungsmethoden zurück. Unterhaltsamer Generationenkampf mit tollen Darstellern.

USA 2012, 104 Min.

Sabine Schuchart

DVD-TIpp

Die bioethische Debatte

Ab wann ist Leben schützenswert? Gibt es hinreichend gültige Kriterien zur Bestimmung von personalem Leben? Sind die embryonale Stammzellforschung oder Diagnoseverfahren wie die Präimplantationsdiagnostik moralisch gerechtfertigt? Diese und viele andere Fragen bestimmen die aktuelle bioethische Debatte. Christian Ender legt in der Verfilmung seiner philosophischen Promotionsarbeit, ausgehend vom Personenbegriff der klassischen Antike bis hin zur Neuzeit, die thematischen Grundlagen dar und eröffnet einen kontroversen Diskurs. Zu Wort kommen unter anderem die Reproduktionsmediziner Carlos Sueldo und Mike Macnamee, der Philosoph Peter Singer, der Soziologe Günter Dux, der Neurowissenschaftler Gerhard Roth, die Primatenforscherin Julia Fischer, der Psychologe Helmut Prior, der Moraltheologe Eberhard Schockenhoff, der Ökonom Bruno Frey sowie der Dalai Lama.

Christian Ender: „Was ist eine Person? Betrachtungen im Lichte moderner Reproduktionsmedizin und Biotechnologie“, 117 Min., Absolut Medien; circa 13 Euro

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