ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2013Versorgungswerke: Wer mehr einzahlt, erhält höhere Renten

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Versorgungswerke: Wer mehr einzahlt, erhält höhere Renten

Dtsch Arztebl 2013; 110(6): [71]

Clade, Harald

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Für Arbeitnehmer, die in der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) versichert sind, winkt seit Jahresbeginn wie deren Arbeitgeber eine finanzielle Entlastung: Der Rentenversicherungsbeitrag wurde zum 1. Januar 2013 wegen der relativ hohen Rücklage in der Rentenversicherung von 19,6 auf 18,9 Prozent gesenkt. Durch die Beitragsreduzierung werden Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Jahr 2013 um je drei bis 3,3 Milliarden Euro entlastet. Bei einem Arbeitnehmer mit einem Bruttolohn von 2 500 Euro je Monat macht dies knapp neun Euro im Monat aus. Nutznießer ist auch der Bund: Der Zuschuss zur GRV, der an den GRV-Beitragssatz gekoppelt ist, sinkt so um 1,3 Milliarden Euro.

Was zunächst anmutet wie ein vorgezogenes Wahlgeschenk, ist gesetzlich vorgeschrieben, und zwar dann, wenn die Rücklagen der GRV die Ausgaben von 1,5 Monaten übersteigen.

Die Senkung des Beitragssatzes ist allerdings nur eine Seite der Medaille. Infolge der sich dynamisch entwickelnden Versichertenentgelte wurde zum 1. Januar 2013 die Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung angehoben, so dass die durch die Beitragssatzreduzierung entstehenden Einnahmenausfälle größtenteils kompensiert werden. Diese Kompensationseffekte haben kaum negative Auswirkungen auf die Versicherten in den berufsständischen Versorgungswerken der Ärzte, Zahnärzte und anderen verkammerten freien Berufe. In der GRV haben die veränderten Parameter der Rentenbeitragsberechnung gegenläufige Wirkungen: Eine Senkung des Rentenbeitrags reduziert den Pflichtbeitrag, eine Erhöhung erhöht ihn über eine höhere Bemessungsgrundlage. Der Jahresvergleich ergibt: 2012 lag der Höchstbeitrag in der GRV West bei 1 097,60 Euro (19,6 Prozent × 5 600 Euro = Beitragsbemessungsgrenze). 2013 stieg die Beitragsbemessungsgrenze auf 5 800 Euro Bruttomonatsentgelt, der Beitragssatz sank auf 18,9 Prozent. Daraus errechnet sich ab 2013 ein Höchstbeitrag in der GRV West in Höhe von 1 096,20 Euro. Der Unterschied in der Beitragshöhe 2013 im Vergleich zu 2012 ist also minimal.

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In der berufsständischen Altersversorgung werden in der Regel die im Verhältnis zum Durchschnittsalter gezahlten Beiträge verrentet. In der Rentenversicherung hingegen werden die versicherten Entgelte verrentet („Entgeltpunktwerte“). Wenn also die Beitragshöhe steigt oder fällt, ändert sich in der Rentenversicherung der „Preis“ für die zu zahlende Rente. Im Versorgungswerk bleibt er hingegen gleich. Hier gilt: Wer mehr einzahlt, erhält mehr, wer weniger zahlt, weniger Rente aus dem Versorgungswerk. Dr. rer. pol. Harald Clade

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