ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2013Umfrage zum Sicherstellungsauftrag: Unzufrieden mit Einkommen

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Umfrage zum Sicherstellungsauftrag: Unzufrieden mit Einkommen

PP 12, Ausgabe Februar 2013, Seite 49

Bühring, Petra

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Die Umfrage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zur Zukunft des Sicherstellungsauftrags besagt eindeutig, dass die Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten (PP) die ambulante Versorgung weiterhin in ärztlicher Selbstverwaltung organisieren wollen (siehe Seite 56). An der bundesweiten infas-Umfrage haben sich etwa 80 000 Ärzte und PP beteiligt. Jeder fünfte Psychotherapeut sprach sich sogar dafür aus, den Sicherstellungsauftrag unverändert weiter wahrzunehmen; bei den Fachärzten war es nur jeder zehnte. Die Umfrage förderte aber noch andere Ergebnisse zutage, bei denen sich PP und Ärzte unterscheiden: So ist die Zufriedenheit mit ihrer beruflichen Tätigkeit bei den Psychotherapeuten mit 95 Prozent höher als bei den Ärzten, von denen 86 Prozent angaben, dass sie zufrieden sind.

Deutlich unzufriedener sind die Psychotherapeuten allerdings mit ihrem Einkommen: 68 Prozent gaben an, dass ihr Honorar nicht ihren Vorstellungen entspricht, im Vergleich zu 59 Prozent unzufriedener Fachärzte (Hausärzte 53 Prozent). Hausärzte sind auch tendenziell zufriedener mit der wirtschaftlichen Situation ihrer Praxen (54 Prozent); nur 38 Prozent der PP sind damit zufrieden. Verwunderlich ist das nicht, denn wie der erste Honorarbericht der KBV im Juli vergangenen Jahres bereits offengelegt hat, liegen die Praxisüberschüsse der Psychotherapeuten bei vergleichbarer Arbeitszeit im Durchschnitt bei der Hälfte derjenigen von Ärzten. Honorarexperte Dieter Best, Deutsche Psychotherapeuten-Vereinigung macht daher erneut darauf aufmerksam, dass die Einkommen der PP seit Jahren nicht gestiegen sind. Es sei „höchste Zeit“, dass der Bewertungsausschuss die Rechtsprechung des Bundessozialgerichts umsetze und deren Einkommen der Entwicklung in den somatischen Gebieten anpasse.

Deutlich höhere Honorare zumindest für in Baden-Württemberg tätige Psychotherapeuten verspricht der Facharztvertrag Psychotherapie, Neurologie, Psychiatrie (PNP), den Medi und Krankenkassen offerieren (siehe Seite 55). Bis zu 30 Prozent mehr Honorar konnten dennoch die Massen nicht anziehen: 420 Psychotherapeuten – darunter auch einige psychotherapeutisch tätige Hausärzte und Psychiater – haben sich seit Juli 2012 eingeschrieben – 3 187 ärztliche und Psychologische Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (KJP) arbeiten im Ländle insgesamt. Drei psychotherapeutische Berufsverbände lehnen den Facharztvertrag ganz ab, auch weil ihnen der kollektivvertragsersetzende Charakter desselben zuwider ist. Die Psychotherapeuten hängen am Kollektivvertragssystem.

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Zum Schluss noch ein Hinweis in eigener Sache: PP startet auf der vorletzten Seite dieses Heftes eine neue Foto-Porträtreihe unter dem Titel „Einblicke“. Niedergelassene Psychotherapeuten und KJP geben dabei einen kleinen Einblick in ihren Praxisalltag. Im Mittelpunkt steht ein besonderes Foto, ergänzt durch vier Fragen und Antworten. Den Anfang macht der Psychoanalytiker und Arzt Dr. Karl-Heinz Bomberg, der wie viele ärztliche Psychotherapeuten PP gerne liest. Wir stellen zunächst Psychotherapeuten in Berlin vor, wollen die Reihe aber auf weitere große Städte ausdehnen. Bewerbungen nimmt die Redaktion gerne entgegen.

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