ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2013Traumatisierte Soldaten: Therapieplätze fehlen weiterhin

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Traumatisierte Soldaten: Therapieplätze fehlen weiterhin

PP 12, Ausgabe Februar 2013, Seite 52

hib; Rieser, Sabine

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Die Reform der Bundeswehr führt bei Soldatinnen und Soldaten zu „tiefgreifenden“ Verunsicherungen und Überbelastungen. Darauf hat der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Hellmut Königshaus, in seinem neuen Jahresbericht 2012 hingewiesen. Insbesondere bei den Dienst- und Einsatzbelastungen sei vielfach die Grenze der Belastbarkeit erreicht, teilweise sei sie überschritten. Königshaus führt dies unter anderem auf das neue Standortkonzept der Bundeswehr zurück. Dadurch habe sich die Pendelei zwischen Wohn- und Stationierungsort für viele verschärft.

Posttraumatische Belastungsstörung – Die Zahl der betroffenen Soldaten steigt, doch es fehlen geeignete Therapeuten. Foto: dpa
Posttraumatische Belastungsstörung – Die Zahl der betroffenen Soldaten steigt, doch es fehlen geeignete Therapeuten. Foto: dpa

Deutliche Mängel sieht der Wehrbeauftragte weiterhin bei der Betreuung und Versorgung von Soldaten, die von Auslandseinsätzen zurückkehren. Die Zahl der Soldaten mit posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) habe mit 1 143 im vergangenen Jahr erneut einen Höchststand erreicht, erläuterte er. Gleichzeitig fehlt es nach seinen Worten noch immer an geeigneten Therapeuten im Sanitätsdienst, die sie betreuen könnten. Auch auf Langzeittherapien sei die Bundeswehr nicht eingerichtet. Weil vielerorts die Wartezeiten bei „zivilen“ Psychotherapeuten lang sind, können diese nach Königshaus’ Darstellung die Lücken bei der Bundeswehr nicht füllen helfen. Der Wehrbeauftragte deutete an, dass manche Soldaten zudem über Unverständnis klagten. Das, was sie erlebt haben und was sie belastet, können demnach manche „zivilen“ Therapeuten nur schwer nachvollziehen. Er begrüßte es jedoch, dass an den Universitäten der Bundeswehr inzwischen ergänzende Studienangebote eingerichtet worden seien.

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Der Wehrbeauftragte wies darüber hinaus auf die sogenannte Dunkelfeldstudie der Universität Dresden hin. Nach ersten Auswertungen war etwa die Hälfte der an PTBS erkrankten Einsatzrückkehrer offenbar schon vor dem Einsatz unerkannt erkrankt. „Diesem Aspekt muss bei der Überprüfung der Einsatzverwendungsfähigkeit ein größeres Augenmerk gewidmet werden“, forderte Königshaus. hib, rie

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