ArchivDeutsches Ärzteblatt40/1998Galerie in Berlin-Mitte: „Sammeln Sie Kunst!“

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Galerie in Berlin-Mitte: „Sammeln Sie Kunst!“

Dtsch Arztebl 1998; 95(40): [52]

Vollmer, Gerlind

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LNSLNS Fröhliche Sommergestalten tummeln sich im Badeanzug auf bunten Luftmatratzen im Spülbecken im himmelblauen Wasser. Alles ist in Bewegung, der Betrachter ist versucht, in das Becken hineinzuhüpfen, wenn es nur nicht so klein wäre. Eine Super-8-Projektion in Endlosschleife in ein tristes Spülbecken schafft die Illusion. "Instant Ocean" von Karen Koltermann ist eines der wenigen unverkäuflichen Ausstellungsstücke in dem seit Anfang Juli in Berlin-Mitte existierenden Kunstladen S.S.K. Seit der Wende haben sich in dem Berliner Bezirk Mitte zwischen der Oranienburger, der Linien- und der Auguststraße eine Vielzahl von Galerien angesiedelt. Alle zwei Monate öffnen sie gemeinsam zum Galerierundgang. Damit haben es die Kunsthändler in Berlin-Mitte geschafft, jenseits des etablierten Publikums neue und andere Kreise für Kunst zu interessieren. Das genügt Joanna Kamm mit ihrem Kunstladen S.S.K. nicht. S.S.K. steht für die Aufforderung: "Sammeln Sie Kunst!". Der Name ist Programm. In dem 26 Quadratmeter kleinen Laden mit familiärer Zimmeratmosphäre hat die Laden-Inhaberin etwa 100 Kunstwerke von jungen Künstlern versammelt. Es finden sich meist kleinformatige Ölbilder von Malern wie Beate Daniel, SAM und Maik Wolf, Objekte, wie zum Beispiel mit Fotos bedruckte Kacheln von Stefan Grebe, aber auch aufwendige Papierschnitte oder Schneebälle aus Porzellan von Gabriele Basch. Die 29jährige erklärt, warum sie einen Laden für Kunst und keine Galerie aufgemacht hat: "Für mich ist ein alltäglicher Umgang mit Kunst ungeheuer wichtig, ich lebe mit Kunst." Diese Erfahrung will sie an ihre Kunden weitergeben. Joanna Kamm verkauft kein Kunstwerk für mehr als 1 000 DM, und schon für drei DM sind original bemalte Bierdeckel des Berliner Club-Künstlers DAG zu haben.
Joanna Kamm gestaltet den Laden einmal im Monat völlig neu, um einer Tagesausstellung Raum zu schaffen. Den Anfang macht Reinhard Kühl am 26. September. Von 11 bis 23 Uhr wird der Laden mit seinen Küchenhandtuchtableaus zugehängt. Informationen unter Telefon und Fax 0 30/28 38 64 64.
Gerlind Vollmer
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