ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2013Verbesserungspotenzial
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Die Publikation (1) zeigt, dass das Mortalitätsrisiko für Frühgeborene mit Geburtsgewicht < 1 250 g in Häusern mit ≥ 30 Fällen/Jahr deutlich und signifikant geringer ist als in Häusern mit < 30 Fällen/Jahr. Würden also alle Frühgeborenen in diesen Häusern behandelt worden sein, wäre die Mortalität geringer ausgefallen.

Die Heterogenität der Häuser mit ≥ 30 Fällen/Jahr ist beträchtlich. Wären die Qualitätsergebnisse bekannt, wäre – bei Verfügbarkeit zeitnaher Daten und zeitlicher Konstanz der Qualitätsergebnisse – im zweiten Schritt anzunehmen, dass, bei weiterer Konzentration, die Mortalität insgesamt nochmals geringer ausfiele.

Würden die Qualitätsergebnisse, bezogen auf Mortalität und Morbidität, zielgenauer darstellbar sein (verbesserte Risikoadjustierung, wie zum Beispiel im Artikel von Vogtmann et al. [2] vorgeschlagen) könnte mit einer abermaligen Ergebnisverbesserung (dritter Schritt) zu rechnen sein, wenn es zu einer Konzentration in den Häusern mit besserer Qualität käme.

Das zentrale Ergebnis, dass Häuser mit ≥ 30 Fällen/Jahr im Mittel bessere Resultate erzielen, hat für die Steuerung des Leistungsgeschehens gegenüber den unter Punkt zwei und Punkt drei genannten Verbesserungspotenzialen den Vorteil, dass es generalisiert anwendbar ist, wohingegen Ergebnisse einzeln benannter Häuser der Unsicherheit einer Veränderung im Zeitverlauf unterliegen. Andere generalisiert anwendbare Merkmale wären gegebenenfalls zu ermitteln (zum Beispiel Merkmale der Strukturqualität wie Vorhaltung bestimmter Eingriffsmöglichkeiten, qualifiziertes Personal et cetera). Es kann schwierig sein, zu zeigen, dass solche Merkmale mit adäquat risikoadjustierten Qualitätsergebnissen zuverlässig assoziiert sind, und somit auf Kausalität geschlossen werden könnte. Solange es an solchen Merkmalen fehlt, zeigen Kutschmann et al. (1), dass die Fallzahl immerhin ein Kriterium darstellt.

Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) war gut beraten, eine die Zentralisierung und damit die Überlebenswahrscheinlichkeit sichernde Mindestmenge festzulegen.

DOI: 10.3238/arztebl.2013.0116a

Dipl.-Med. Hans-Werner Pfeifer, Leiter Referat Qualitätssicherung
GKV-Spitzenverband, Berlin, Hans-Werner.Pfeifer@gkv-spitzenverband.de

Interessenkonflikt

Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Kutschmann M, Bungard S, Kötting J, Trümner A, Fusch C, Veit C:
The care of preterm infants with birth weight below 1 250 g: risk-adjusted quality benchmarking as part of validating a caseload-based management system. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(31–32): 519–26 VOLLTEXT
2.
Vogtmann C, Koch R, Gmyrek D, Kaiser A, Friedrich A: Risk-adjusted intraventricular hemorrhage rates in very premature infants – towards quality assurance between neonatal units. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(31–32): 527–33. VOLLTEXT
1.Kutschmann M, Bungard S, Kötting J, Trümner A, Fusch C, Veit C:
The care of preterm infants with birth weight below 1 250 g: risk-adjusted quality benchmarking as part of validating a caseload-based management system. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(31–32): 519–26 VOLLTEXT
2. Vogtmann C, Koch R, Gmyrek D, Kaiser A, Friedrich A: Risk-adjusted intraventricular hemorrhage rates in very premature infants – towards quality assurance between neonatal units. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(31–32): 527–33. VOLLTEXT

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