Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Die Untersuchungen von Kutschmann und Kollegen (1) zur Diskriminationsfähigkeit einer Mindestmengenregelung von 30 Fällen pro Jahr zeigen, dass diese die unterschiedliche Versorgungsqualität der Krankenhäuser nur unzureichend abbildet.

Trotzdem weist die Studie methodische Schwächen auf. Bei der Berechnung des logistischen Regressionsmodells wurden nicht die unterschiedlichen Ebenen der Daten (Individualebene und Krankenhausebene) berücksichtigt und es wurde nicht für Clustereffekte korrigiert. Hierdurch kann eine Überschätzung des Zusammenhangs zwischen Fallzahl und Mortalität entstehen, ein Mehrebenenmodell wäre daher besser geeignet gewesen (2).

Weiterhin bleiben nach der Lektüre des Artikels noch einige Fragen offen. Neben dem Einfluss der Fallzahl auf die Mortalität Frühgeborener wäre es äußerst interessant gewesen zu untersuchen, inwieweit die Fallzahl für die Erklärung der unterschiedlichen Mortalitätsraten an den Häusern überhaupt relevant ist. Hierfür müsste berechnet werden, welcher Anteil der Gesamtmortalität durch klinikspezifische Faktoren und nicht durch individuelle Faktoren erklärt wird, und wie viel von dem Anteil der klinikspezifischen Faktoren durch die Fallzahl < 30 erklärt wird. Auch dies lässt sich in einem Mehrebenenmodell zeigen (3). Die Relevanz weiterer in dem Artikel angesprochener Qualitätsindikatoren wie Ausstattungsmerkmale oder personelle Ressourcen ließe sich ebenfalls in diesem Modell erfassen.

Darüber hinaus wäre es aufschlussreich gewesen, nicht nur die Diskriminationsfähigkeit einer Mindestmengenregelung von 30 Fällen pro Jahr zu untersuchen, sondern auch, inwieweit überhaupt ein sinnvoller Schwellenwert ableitbar ist. Als Modell hierfür könnte eine Untersuchung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) zur Berechnung von Schwellenwerten für Knie-Totalendoprothesen dienen (4).

DOI: 10.3238/arztebl.2013.0117a

Dr. med. Melanie Eßer, MPH
Bayerische Arbeitsgemeinschaft für Qualitätssicherung, München

Prof. Dr. med. Rüdiger von Kries, Institut für Soziale Pädiatrie und Jugendmedizin, Ludwig-Maximilians-Universität München

Prof. Dr. rer. nat. Ulrich Mansmann

Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie, Ludwig-Maximilians-Universität München

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Kutschmann M, Bungard S, Kötting J, Trümner A, Fusch C, Veit C:
The care of preterm infants with birth weight below 1 250 g: risk-adjusted quality benchmarking as part of validating a caseload-based management system. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(31–32): 519–26 VOLLTEXT
2.
Hox JJ: Why do we need special multilevel analysis techniques. Multilevel Analysis: Techniques and Applications. New Jersey: Lawrence Erlbaum Associates 2002.
3.
Snijders TAB, Bosker RJ: Discrete dependent variables: In: Multilevel analysis. An introduction to basic and advanced multilevel modeling. 2nd edition. London: Sage Publications 2012; 289–322.
4.
IQWiG: Entwicklung und Anwendung von Modellen zur Berechnung von Schwellenwerten bei Mindestmengen für die Knie-Totalendoprothese. Abschlußbericht B05/01a. Köln: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), 2005.
1.Kutschmann M, Bungard S, Kötting J, Trümner A, Fusch C, Veit C:
The care of preterm infants with birth weight below 1 250 g: risk-adjusted quality benchmarking as part of validating a caseload-based management system. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(31–32): 519–26 VOLLTEXT
2.Hox JJ: Why do we need special multilevel analysis techniques. Multilevel Analysis: Techniques and Applications. New Jersey: Lawrence Erlbaum Associates 2002.
3.Snijders TAB, Bosker RJ: Discrete dependent variables: In: Multilevel analysis. An introduction to basic and advanced multilevel modeling. 2nd edition. London: Sage Publications 2012; 289–322.
4.IQWiG: Entwicklung und Anwendung von Modellen zur Berechnung von Schwellenwerten bei Mindestmengen für die Knie-Totalendoprothese. Abschlußbericht B05/01a. Köln: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), 2005.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Anzeige