ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2013Gesundheitssystem: Aus dem Arbeitsalltag eines Assistenzarztes
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Nein, die Zukunft gehört sicher nicht Dr. Google! Der Artikel von Dr. Müschenich mag für viele provozierend wirken. Dies ist sicherlich beabsichtigt, um endlich Visionäre und Konservative gleichermaßen aus der Reserve zu locken und eine kontroverse, produktive Debatte auszulösen. Ich bin immer wieder fasziniert von der Benutzerfeindlichkeit unserer IT-Systeme im Gesundheitswesen, welche keine Grenzen zu kennen scheint. Ich liste ergänzend zu dem ganzen Thema einfach einmal einige Fakten auf, wie es auf diesem Gebiet im Assistenten-Arbeitsalltag aussieht (nur die Highlights) . . .

  • Beim morgendlichen Start des Computers in der Ambulanz muss man mindestens vier verschiedene Programme öffnen, insgesamt hat man dann 44 Arbeitsschritte zurückgelegt (Einloggen ins Netzwerk, Röntgenbilder, MVZ-Briefe, stationäre Briefe, Diktiersoftware). Drei verschiedene Benutzernamen und Passwörter sind insgesamt hierbei einzugeben. Das alles kann je nach Rechnerleistung schon leicht zehn Minuten dauern . . .
  • In jedem der Programme ist man konfrontiert mit unterschiedlichen Designs und „Klickpfaden“: von ganz rechts oben nach links unten, in die Mitte und wieder zurück und rauf und runter, kleine und große Buttons, Dropdowns, Doppelklicks, Einfachklicks, mal rechte, mal linke Maustaste, Scrollen über Pfeilanklicken, Scrollen mit Rolle, jede Abteilung verlangt andere Pflichtfelder für Anforderungen . . .
  • Anforderung normales Röntgenbild in zwei Ebenen: 22 Arbeitsschritte (Klicks, Dropdown-Menüs, Tippen . . .).
  • Mindestanforderungen für ein Polytrauma im Schockraum: rund 60 Arbeitsschritte! (Klicks, Tippen, Dropdown, Unterfenster . . .)

Es wäre interessant, wie viele Arbeitsstunden jährlich draufgehen durch Benutzerfeindlichkeit ohne Grenzen.

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Dr. med. Andreas Proske, Assistenzarzt,
93049 Regensburg

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