ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2013Kran­ken­ver­siche­rung: Mehr Rechte für privat Versicherte

AKTUELL

Kran­ken­ver­siche­rung: Mehr Rechte für privat Versicherte

Dtsch Arztebl 2013; 110(7): A-250 / B-234 / C-234

Meißner, Marc

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Nach einer Prämienerhöhung haben Privatversicherte nun zwei statt einen Monat Zeit zu kündigen. Foto: picture alliance
Nach einer Prämienerhöhung haben Privatversicherte nun zwei statt einen Monat Zeit zu kündigen. Foto: picture alliance

Der Deutsche Bundestag hat das Gesetz zur Änderung versicherungsrechtlicher Vorschriften verabschiedet. Damit werden privat Krankenversicherten mehr Rechte eingeräumt. Versicherte im Basistarif können nun, wenn durch den vereinbarten Selbstbehalt die Prämie nicht angemessen verringert wird, jederzeit in den Basistarif ohne Selbstbehalt wechseln.

Darüber hinaus haben Privatversicherte nun zwei statt einen Monat Zeit, um nach einer Prämienerhöhung oder Leistungsminderung ihre Versicherung zu kündigen. Grund hierfür: Damit die Kündigung rechtskräftig ist, muss der Versicherte innerhalb der Kündigungsfrist nachweisen, dass er eine neue Kran­ken­ver­siche­rung abgeschlossen hat. Dies ist in der Regel jedoch mit einer neuerlichen Gesundheitsprüfung verbunden, die länger als einen Monat dauern kann.

Anzeige

Steht bei einem Versicherten eine Heilbehandlung an, die voraussichtlich mehr als 2 000 Euro kosten wird, kann er künftig kurzfristig eine schriftliche Auskunft über die Kostenübernahme der Behandlung vom Versicherer verlangen. Erhält er diese nicht innerhalb von vier, in dringenden Fällen sogar innerhalb von zwei Wochen, darf er von der Notwendigkeit der Therapie ausgehen. Im Versicherungsvertragsgesetz heißt es in § 192 Absatz 8: „Ist diese Auskunft innerhalb der Frist nicht erteilt, wird bis zum Beweis des Gegenteils durch den Versicherer vermutet, dass die beabsichtigte medizinische Heilbehandlung notwendig ist.“

Außerdem kann der Versicherte jetzt auch selbst Einsicht in Gutachten und Stellungnahmen nehmen, auf deren Grundlage der Versicherer über eine Behandlung entschieden hat. Bisher ging das nur über einen Arzt oder Rechtsanwalt. mei

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Deutsches Ärzteblatt plus
zum Thema

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema