ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2013Intrauterine Chrirurgie bei der infravesizalen Obstruktion
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Zum Thema der infravesizalen Obstruktion möchte ich gerne anführen, dass die von Ihnen genannte PLUTOStudie (1) von Morris und Kilby abgebrochen wurde: Durch intrauterines Shunting der Harnblase wurde den betroffenen Eltern ein verbessertes fetal Outcome (geringere Mortalität) avisiert bedingt durch das Vorbeugen einer Lungenhypoplasie und nicht eine Verbesserung der Nierenfunktion (Morbidität).

Die Kinder, bei denen intrauterin ein Shunting vorgenommen wurde, sterben zwar nicht mehr an der Lungenhypoplasie, haben aber eine sehr schlechte Nierenfunktion, die von früh an Dialyse und später Transplantation bedeutet. Erläuterungen solcher kritischen Nuancen in der Beratung haben dazu geführt, dass immer mehr Eltern sich für einen Abbruch oder eine „Non-Intervention“ entscheiden und nicht für diese randomisierte Studie. Wegen der geringen Fallzahl wurde die Studie dann beendet. Alle vorhergehenden Studien zu diesem Thema zeigten, dass die Patientenselektion diese unterschiedlichsten Krankheitsbilder der bestimmende Faktor bleibt, um zu einer validen Aussage zu gelangen, für welche Gruppe eine Therapie eventuell in Frage käme. Ohne Ausnahme wird die schlechte Nierenfunktion im Outcome beschrieben.

Eltern und behandelnden Ärzten muss keine falsche Hoffnung geboten werden. Es gibt keine Beweise dafür, dass intrauterines Shunting Nierenfunktion rettet oder erhält.

Die PLUTO-Studie hat gezeigt, dass die einzige sinnvolle Intervention bei der fetalen infravesikalen Obstruktion der Schwangerschaftsabbruch ist.

DOI: 10.3238/arztebl.2013.0134a

Dr. med. Annette Reuss

Praxis Central Essen, reuss@praxiscentral.de

1.
www.birmingham.ac.uk/research/activity/mds/trials/bctu/trials/womens/pluto/index.aspx.
2.
Diemert A, Diehl W, Glosemeyer P, Deprest J, Hecher K: Intrauterine Surgery—Choices and Limitations. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(38): 603–8 VOLLTEXT
1.www.birmingham.ac.uk/research/activity/mds/trials/bctu/trials/womens/pluto/index.aspx.
2.Diemert A, Diehl W, Glosemeyer P, Deprest J, Hecher K: Intrauterine Surgery—Choices and Limitations. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(38): 603–8 VOLLTEXT

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