ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2013Hochwertige nachgeburtliche Versorgung essenziell
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Wie im Artikel dargestellt, sollten die am schwersten mit einer kongenitalen Zwerchfell- oder Diaphragmahernie (CDH) betroffenen Feten für eine fetale Therapie entweder in offene Beobachtungsstudien oder randomisierte Studien an spezialisierten Zentren eingeschlossen werden. Die Einschlusskriterien treffen auf etwa jeden vierten pränatal diagnostizierten Feten mit CDH zu, das wären maximal 40 Feten pro Jahr in Deutschland (bei einer angenommen Gesamtinzidenz von 1 : 3 000 Geburten). Dafür würden im Interesse ausreichender Routine ein bis zwei spezialisierte Zentren in Deutschland ausreichen. Leider wurde in dem Artikel nicht dargestellt, wie essenziell eine hochwertige nachgeburtliche Versorgung durch spezialisierte Neonatologen ist.

Die Arbeitsgruppe CDH-EURO-Consortium besteht aus europäischen Zentren mit mehr als 10 CDH-Patienten pro Jahr und hat eine Leitlinie für eine standardisierte postnatale Therapie erarbeitet (1). In einer ersten Analyse von Mannheim und Rotterdam, die beide auch die Möglichkeit der extrakorporalen Membranoxygenierung (ECMO) anbieten, hat sich nach Einführung eines standardisierten Therapiealgorithmus im November 2007 die Überlebensrate signifikant verbessert (2). Die ECMO-Rate war rückläufig. Um Prognoseverschiebungen zu vermeiden wurden Kinder mit fetaler Therapie und schweren Fehlbildungen ausgeschlossen. Möglicherweise ist die Aufmerksamkeit und Sicherheit des behandelnden Teams bei vorgegebenem Standard höher.

Gerade für die am schwersten betroffenen Feten, die einer fetalen Therapie zugeführt werden, sollten entsprechend niederländischem Vorbild (zwei Zentren) auch in Deutschland CDH-Kinder postnatal nur an hochspezialisierten Zentren versorgt werden. Denn wie am Beispiel der exzellenten Ergebnisse der kooperierenden Fetalchirurgie Gießen und des ECMO-Zentrums Mannheim bei Feten mit rechtsseitiger CDH (80 % Überlebensrate) zu erkennen ist, differieren diese deutlich von denen der Arbeitsgruppe um Professor Deprest (3).

DOI: 10.3238/arztebl.2013.0135a

Dr. med. Thomas Schaible

Klinik für Kinder- und Jugendmedizin

Universitätsklinikum Mannheim

thomas.schaible@umm.de

1.
Reiss I, Schaible T, van den Hout L, et al.: Standardized postnatal management of infants with congenital diaphragmatic hernia in Europe: the CDH EURO Consortium consensus. Neonatology 2010; 98: 354–64. Epub 2010 Oct 27 CrossRef MEDLINE
2.
van den Hout L, Schaible T, Cohen-Overbeek TE, et al.: Actual outcome in infants with congenital diaphragmatic hernia: the role of a standardized postnatal treatment protocol. Fetal Diagn Ther 2011; 29: 55–63. Epub 2011 Feb 3 CrossRef MEDLINE
3.
Schaible T, Kohl T, Reinshagen K, Brade J, Stressig R, Büsing KA: Right- versus left-sided congenital diaphragmatic hernia-postnatal outcome at a specialized tertiary care center. Pediatr Crit Care Med 2012; 13: 66–71. CrossRef MEDLINE
4.
Diemert A, Diehl W, Glosemeyer P, Deprest J, Hecher K: Intrauterine surgery—choices and limitations. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(38): 603–8 VOLLTEXT
1. Reiss I, Schaible T, van den Hout L, et al.: Standardized postnatal management of infants with congenital diaphragmatic hernia in Europe: the CDH EURO Consortium consensus. Neonatology 2010; 98: 354–64. Epub 2010 Oct 27 CrossRef MEDLINE
2. van den Hout L, Schaible T, Cohen-Overbeek TE, et al.: Actual outcome in infants with congenital diaphragmatic hernia: the role of a standardized postnatal treatment protocol. Fetal Diagn Ther 2011; 29: 55–63. Epub 2011 Feb 3 CrossRef MEDLINE
3. Schaible T, Kohl T, Reinshagen K, Brade J, Stressig R, Büsing KA: Right- versus left-sided congenital diaphragmatic hernia-postnatal outcome at a specialized tertiary care center. Pediatr Crit Care Med 2012; 13: 66–71. CrossRef MEDLINE
4.Diemert A, Diehl W, Glosemeyer P, Deprest J, Hecher K: Intrauterine surgery—choices and limitations. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(38): 603–8 VOLLTEXT

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