ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2013Gendiagnostikgesetz: Bundes­ärzte­kammer und Fachgesellschaften fordern Novellierung

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Gendiagnostikgesetz: Bundes­ärzte­kammer und Fachgesellschaften fordern Novellierung

Dtsch Arztebl 2013; 110(8): A-294 / B-274 / C-274

Richter-Kuhlmann, Eva

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Die Kritik am Gendiagnostikgesetz (GenDG) ist seit der Verabschiedung nie abgerissen. Jetzt fordern Bundes­ärzte­kammer (BÄK) und zahlreiche medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaften vehement in einer gemeinsamen Erklärung, das vor zwei Jahren in Kraft getretene Gesetz zu novellieren.

Die Arbeit der Ärztinnen und Ärzte wird durch das Gendiagnostikgesetz erschwert. Foto: Your Photo Today
Die Arbeit der Ärztinnen und Ärzte wird durch das Gendiagnostikgesetz erschwert. Foto: Your Photo Today

Die bisherigen Erfahrungen hätten gezeigt, dass das Gesetz den Alltag der betroffenen Ärztinnen und Ärzte und der Patienten durch eine Vielzahl von Vorschriften erschwere, heißt es in dem Papier. Besonders problematisch sei der breite Anwendungsbereich des Gesetzes. Dieser umfasse sowohl diagnostische genetische als auch prädiktive genetische Untersuchungen. „Da sich nicht immer eindeutig feststellen lässt, ob eine Untersuchung in einem bestimmten Fall vom GenDG erfasst ist, können erhebliche Probleme resultieren, zumal der Verstoß gegen eine Reihe von Gesetzesvorschriften strafbewehrt ist“, begründen die Organisationen ihre Forderung nach einer Novellierung. Infrage stellen sie auch, ob diagnostische genetische Standarduntersuchungen einer gesetzlichen Spezialregelung bedürfen. So sollte nach ihrer Ansicht beispielsweise das Neugeborenenscreening vom Anwendungsbereich des GenDG ausgenommen werden.

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Deutliche Kritik üben Bundes­ärzte­kammer und Fachgesellschaften auch an der Zusammenarbeit mit der Gendiagnostik-Kommission (GEKO). Sie habe sich aus ärztlicher Sicht „insbesondere bei der Richtlinienerarbeitung bedauerlicherweise unbefriedigend“ entwickelt. Die von der GEKO erarbeiteten Richtlinien seien zum Teil problematisch oder sogar nicht umsetzbar. Diese gelte besonders für die Richtlinie über die Anforderungen an die Qualifikation zur und an Inhalte der genetischen Beratung, bei deren Erarbeitung die Ärzteschaft bereits vor Umsetzungsproblemen gewarnt hatte (DÄ, Heft 52/2011 und 16/2012). ER

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