ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2013Dr. Schwester: Aufgaben müssen neu verteilt werden
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Ich möchte mich gern für die Akademisierung der Pflegeberufe aussprechen.

Ich bin Fachkrankenschwester für Anästhesie- und Intensivpflege (seit zehn Jahren im Beruf) und habe mich nach langer Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten zum Pflegestudium doch für das Medizinstudium entschieden und studiere seit September letzten Jahres an der TU Dresden.

Anzeige

Die Pflege stellt die größte Berufsgruppe im Krankenhaus und hat den größten Anteil an Patienten- und Angehörigenkontakten.

Ihr Auftreten bestimmt die Wahrnehmung der Qualität eines Krankenhauses zu einem großen Teil.

Diese Bedeutung bildet sich in den Leitungsstrukturen der heutigen Krankenhäuser nur unzureichend ab. Meines Erachtens versucht die Pflege, sich aus dem überkommenen Rollenmodell der aufopferungsvollen Schwester (weiblich), die dem (männlichen) Arzt assistiert, zu lösen und sich als eigenständige selbstverantwortliche Berufsgruppe zu etablieren.

Dies kann nur gelingen, wenn Pflegende sich die Techniken der Wissenschaften zu eigen machen, um auf einer Ebene mit Ärzten und den (auch akademisierten) Verwaltungsdirektoren ihre Interessen zu vertreten, außerdem braucht es auch intellektuelle Innovationen und Konzepte, um den Pflegeberuf an die sich ändernden Bedürfnisse, die sich aus der demografischen Entwicklung und der ständigen Entwicklung in der Medizin ergeben, anzupassen.

Aufgrund der mangelnden Möglichkeiten zur Mitgestaltung der Prozessabläufe verlassen viele und gerade die sehr gut qualifizierten Pflegekräfte ihren Beruf. Diese Abwanderung ist in Zeiten des Pflegekräftemangels verheerend . . .

Dem gesamten Gesundheitssystem gehen die Handelnden aus, und eine umfassende medizinische Betreuung wird in den nächsten Jahren nur möglich sein, wenn die Aufgaben neu verteilt werden.

Dazu gehört die mögliche Delegation ärztlicher Aufgaben an die Pflege, die heute schon zu einem großen Teil von Pflegenden übernommen werden, allerdings geschieht dies in juristischen Graubereichen.

Ärztliche Aufgaben an die Pflege abzugeben, wird deshalb leichter fallen, wenn die Pflegekräfte als hochqualifiziert wahrgenommen werden. Dafür braucht es die Akademisierung, nicht aller, aber einiger innovativer Köpfe . . .

Sabine Heinrich, 01099 Dresden

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige