ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2013Randnotiz: ADHS – Würzburg ist Weltspitze

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Randnotiz: ADHS – Würzburg ist Weltspitze

Dtsch Arztebl 2013; 110(8): A-295 / B-275 / C-275

Richter-Kuhlmann, Eva

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Obwohl mittlerweile bekannt ist, dass die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zu den häufigsten psychischen Erkrankungen des Kindes- und Jugendalters gehört, schlugen die Zahlen des Arztreports 2013 der Barmer-GEK reichlich Wellen: Um 42 Prozent stieg die Zahl der diagnostizierten ADHS-Fälle nach den Berechnungen der Reportautoren Dr. Thomas G. Grobe und Prof. Dr. Friedrich W. Schwartz vom Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystemforschung in Hannover in den letzten Jahren.

Besonderes Aufsehen erregten die gefundenen regionalen Unterschiede: „Würzburg ist weltweit top“, erklärte Schwartz. Die Ärzte in Unterfranken hätten die Diagnose ADHS bei nahezu jedem fünften Jungen (18,8 Prozent) und jedem zehnten Mädchen (8,8 Prozent) gestellt. Als Ursachen für den ADHS-Boom im Raum Würzburg nennt Schwartz „einen angebotsgesteuerten Faktor“ und einen Zusammenhang mit der Universität Würzburg.

In der Tat untersucht dort eine Forschergruppe Symptome und den Verlauf von ADHS. „Würzburg ist durch die Uniklinik und aufgrund der guten Versorgungslage durch niedergelassene Kinder- und Jugendpsychiater ein fachärztliches Zentrum für ADHS“, erläuterte der Direktor der Würzburger Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Prof. Dr. med. Marcel Romanos, dem Deutschen Ärzteblatt. „Wir können möglicherweise bei Kindern die Diagnose stellen, die ansonsten nicht erkannt würde.“ Zudem kämen auch Familien aus anderen Bundesländern in die Region. Insgesamt erfülle der Report jedoch nicht die Kriterien einer wissenschaftlichen Studie, sagte er.

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