ArchivDeutsches Ärzteblatt8/201350 Jahre Ärztekammer Berlin: Eine Vielzahl von Impulsen gesetzt

POLITIK

50 Jahre Ärztekammer Berlin: Eine Vielzahl von Impulsen gesetzt

Dtsch Arztebl 2013; 110(8): A-303 / B-281 / C-281

Rieser, Sabine

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„Danke für das, was in den letzten 50 Jahren geleistet worden ist“, sagte der Regierende Bürgermeister Berlins zum Jubiläum – es blieb nicht das einzige Lob.

Einigkeit von Ärzteschaft und Politik beim Jubiläum: Die Gastgeber Günther Jonitz (5. v. l., neben Klaus Wowereit) und Elmar Wille (5. v. r, dahinter: Mario Czaja). Foto: Ärztekammer Berlin / Kathleen Fr
Einigkeit von Ärzteschaft und Politik beim Jubiläum: Die Gastgeber Günther Jonitz (5. v. l., neben Klaus Wowereit) und Elmar Wille (5. v. r, dahinter: Mario Czaja). Foto: Ärztekammer Berlin / Kathleen Fr

Sie ist die Jüngste unter ihresgleichen in der Bundesrepublik: die Ärztekammer Berlin. Ihre erste Delegiertenversammlung trat am 7. Februar 1963 zur konstituierenden Sitzung zusammen. Mit 14 hauptamtlichen Mitarbeitern war die Kammer damals für 5 100 Mitglieder zuständig. Heute betreuen knapp 100 Mitarbeiter 29 000 Ärztinnen und Ärzte.

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Ihrer besonderen Rolle als „Hauptstadtkammer“ nach der Wiedervereinigung sei sie gerecht geworden, indem sie immer wieder gesundheitspolitische Impulse zum Wohl der Patienten setzte, betonte Kammerpräsident Dr. med. Günther Jonitz. „Dazu gehören die Auseinandersetzung mit der Verantwortung der Ärzteschaft im Nationalsozialismus ebenso wie die Thematisierung der Arbeitssituation junger Ärztinnen und Ärzte oder die Etablierung wegweisender Themen wie evidenzbasierter Medizin und Patientensicherheit.“ Gefeiert wurde im Glashof des Jüdischen Museums in Berlin-Kreuzberg. Dort hat die Kammer heute ihren Sitz.

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) würdigte ihre Arbeit ausdrücklich. Sie sorge mit dafür, dass die Menschen gut versorgt würden: „Wir können glücklich sein, dass wir diese Dichte an Ärzten haben.“ Lange habe man gedacht, Berlin werde älter, und die Bevölkerungszahl stagniere. In den letzten zwei Jahren seien aber etwa 40 000 Einwohner hinzugekommen, Tendenz steigend. Dieser Wandel müsse gestaltet werden, sagte Wowereit: „Dazu wird die Kammer ihren Beitrag leisten.“

Kritik annehmen – und durch gute Arbeit Lügen strafen

Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) betonte, 50 Jahre Kammerarbeit stünden „für Expertise, für politisches und gesellschaftliches Engagement“. Eine Vielzahl von Impulsen aus der Ärzteschaft habe Spuren hinterlassen. Künftige Aufgabe von Kammer und Politik sei es, das Gesundheitswesen fit für die Zukunft zu machen. Als Beispiel für eine Herausforderung nannte er Ungleichgewichte in der ambulanten Versorgung. Nachdenkliche Worte fand Dr. med. Manfred Richter-Reichhelm, ehemaliger Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin wie der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Er verwies auf die Janusköpfigkeit auch der Kammer und die daraus erwachsenden Herausforderungen: Die Belange der Ärzte gegenüber Politik und Gesellschaft zu vertreten und „im Sinne des Allgemeinwohls für Ordnung unter ihren Mitgliedern zu sorgen“.

Verbreitete Kritik am Gesetzgeber griff er mit dem Hinweis auf, dieser trete „immer dann in Aktion, wenn wir Ärzte es in unserer Selbstverwaltung nicht geschafft haben, notwendige Änderungen herbeizuführen“. Mit Kritik, auch der von Medien, solle man sich auseinandersetzen, mahnte Richter-Reichhelm. Manchen Vorwurf muss man seiner Ansicht nach durch gute Zusammenarbeit Lügen strafen; vor allem dadurch, als ärztliche Selbstverwaltung für viele Problemfelder überzeugende Lösungen zu finden.

Sabine Rieser

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