ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2013Werner Klinner †: Pionier der Herzchirurgie

PERSONALIEN

Werner Klinner †: Pionier der Herzchirurgie

Dtsch Arztebl 2013; 110(8): A-329 / B-303 / C-303

Reichart, Bruno

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Werner Klinner, Foto: privat
Werner Klinner, Foto: privat

Prof. Dr. med. Werner Klinner ist am 2. Februar im Alter von 89 Jahren gestorben. Er war ein Pionier der deutschen Herzchirurgie.

Klinner wurde 1923 in Schlesien geboren, machte in Breslau Abitur und wurde danach zum Wehrdienst eingezogen. Nach Kriegsende studierte er in Marburg Medizin und begann dort seine chirurgische Weiterbildung bei Rudolf Zenker. Anfang 1958 erteilte ihm dieser ein Stipendium bei John Kirklin an der Mayo-Klinik in Rochester, USA. Klinner sollte das Wissen um die Korrekturen von angeborenen kardialen Vitien mit Hilfe der Herz-Lungen-Maschine vertiefen. Hart arbeitend und bekannt als brillanter Techniker wurde er schließlich in München 1971 Ordinarius der Herzchirurgie.

Anzeige

Die „roaring sixties“, wie Klinner seine Anfangszeit als leitender Herzchirurg beschrieb, waren reich an Höhepunkten. Er führte Korrekturen aller damals bekannten angeborenen Herzfehler durch; besonders erwähnenswert sind die bei Fallot-Tetralogie. Es gelang ihm der weltweit erste Blalock-Taussig Shunt mit einer Prothese, ebenso wie der erste rechtsventrikuläre Ausflusstrakt. 1969 führte er mit Fritz Sebening die erste deutsche Herztransplantation durch.

Klinner half, herzchirurgische Einheiten in Graz und in Breslau zu etablieren; an letzterem Standort leistete er einen großen Beitrag zur Aussöhnung mit Polen. Sein Engagement wurde mit dem Ehrendoktortitel gewürdigt und letztendlich auch mit dem Bayerischen Verdienstorden. Er war Gründungsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie. Prof. Dr. med. Bruno Reichart

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema