ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2013Vergewaltigungsopfer: Bistümer in NRW erlauben „Pille danach“

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Vergewaltigungsopfer: Bistümer in NRW erlauben „Pille danach“

Dtsch Arztebl 2013; 110(8): A-295 / B-275 / C-275

Hillienhof, Arne

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Ministerin Barbara Steffens plädiert für ein bundesweit einheitliches Vorgehen der katholischen KlinikenFoto: dpa
Ministerin Barbara Steffens plädiert für ein bundesweit einheitliches Vorgehen der katholischen Kliniken
Foto: dpa

In Nordrhein-Westfalen (NRW) dürfen alle katholischen Krankenhäuser vergewaltigen Frauen die „Pille danach“ verordnen. „Ich habe die Zusage der katholischen Kirche, dass auch in allen zuständigen Krankenhäusern unter ihrer Trägerschaft in Nordrhein-Westfalen Frauen nach einer Vergewaltigung die Möglichkeit zur Einnahme einer Pille danach erhalten“, erklärte Landesgesundheitsministerin Barbara Steffens (Bündnis 90/Die Grünen).

Damit tragen sämtliche Bischöfe des Landes eine entsprechende Erklärung des Erzbistums Köln mit, nach der das Angebot einer „Pille danach“ Teil der Behandlung von Frauen nach einer Vergewaltigung ist. „Welches Präparat zur Verhinderung einer Befruchtung angeboten wird, entscheiden auch an katholischen Krankenhäusern Ärzte im Rahmen ihrer Therapiefreiheit“, so Steffens weiter.

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Nachdem im vergangenen Dezember zwei katholische Kliniken die ärztliche Behandlung eines mutmaßlichen Vergewaltigungsopfers in Köln abgelehnt hatten, hatten sich katholische Ärzte und Einrichtungen bundesweit verunsichert gezeigt. Viele Mediziner befürchteten einen Konflikt mit dem Arbeitgeber, wenn sie vergewaltigte Frauen bei der Verhinderung einer ungewollten Schwangerschaft medikamentös unterstützen würden.

Die Ministerin hofft, dass sich auch die Deutsche Bischofskonferenz der Position der NRW-Bistümer anschließt. hil

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