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Die Autoren obigen Artikels suchen die Ursachen der Dyskalkulie und entsprechender Störungen wie LRS und AD(H)S lediglich im Zentrum unseres Gehirns. Wie Informationen zum Lese- und Zahlen erfassen in dieses Zentrum gelangen: nämlich ausschließlich über Sehen und Hören wird nicht hinterfragt. Als Augenarzt befasse ich mich seit Jahren speziell mit Problemen von Kindern mit Dyskalkulie, AD(H)S und LRS und beobachte, dass der visuelle Input durch Fehlsichtigkeit und binokulare Defizite im Sinne einer assoziierten Heterophorie, vulgo Winkelfehlsichtigkeit, gestört ist.

Doppelbilder und rasche Erschöpfung durch fusionale Überanstrengung führen zwangsläufig zu LRS/Dyskalkulie.

Wie soll ein armer Schüler, dem die Zahlen vor den Augen zu tanzen beginnen und die Linien bei geometrischen Aufgaben verrutschen, sein mathematisches Soll erfüllen, und das bei zunehmender Erschöpfung, je länger er sich bemüht?

Eine optimale Brillenkorrektion der Hyperopie, des Astigmatismus und ein prismatischer Ausgleich der Heterophorie beseitigt regelmäßig die Störungen, sodass pädagogische Maßnahmen die Folgeschäden rasch aufarbeiten können.

Ergo: Sorgfältige Untersuchung der Sehschärfe in Zykloplegie und Analyse des beidäugigen Sehens – empfehlenswert nach der Mess- und Korrektionsmethode nach Haase am Polatest – und das vor Beginn der pädagogischen oder gar psychiatrischen Behandlungen. Die Neuronen der Netzhaut sind der beweglich vor die Schädelkalotte gelagerte Bestandteil unseres Gehirns und ihre Bedeutung und Funktion sollten von den Neurowissenschaftlern in ihren Analysen zu den Problemen Dyskalkulie und LRS entsprechend gewürdigt werden.

DOI: 10.3238/arztebl.2013.0146b

Dr. med. Fritz Gorzny

Koblenz

dr.fritz_gorzny@web.de

Interessenkonflikt

Dr. Gorzny hat in seiner Funktion als Vizepräsident Erstattung für Kongressgebühren von der internationalen Vereinigung für binokulares Sehen erhalten.

1.
Kaufmann L, von Aster M: The diagnosis and management of dyscalculia. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(45): 767–78. VOLLTEXT
1.Kaufmann L, von Aster M: The diagnosis and management of dyscalculia. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(45): 767–78. VOLLTEXT

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