ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2013Glaukomrisiko: Erhöhten Intraokulardruck rechtzeitig behandeln

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Glaukomrisiko: Erhöhten Intraokulardruck rechtzeitig behandeln

Dtsch Arztebl 2013; 110(9): A-386 / B-352 / C-352

Gerste, Ronald D.

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Innerhalb der Gutenberg Health Study mit 15 000 Teilnehmern aus dem Großraum Mainz-Bingen wurde die Verteilung des Intraokulardrucks (IOD) in Assoziation mit anderen Augenbefunden und kardiovaskulären Risikofaktoren analysiert. Ein erhöhter IOD ist der wichtigste Risikofaktor für ein Glaukom und der einzige behandelbare.

Die 4 335 ausgewerteten Teilnehmer waren durchschnittlich 54,7 Jahre alt und hatten im Schnitt einen Augeninnendruck von 14,0 mmHg (6,0 bis 27,0 mmHg). Wegen des relativ jungen Kollektivs sind die Werte niedriger als in vergleichbaren Studien anderer Länder. Ein erhöhter IOD war mit einer überdurchschnittlich dicken Hornhaut, mit brauner Iris, mit männlichem Geschlecht, Hypertonus, Rauchen und einer erhöhten Waist-to-Hip-Ratio assoziiert, letzteres auch bei Frauen. Bei Frauen ging höheres Alter mit einem niedrigen IOD einher.

Fazit: Ein erhöhter Augeninnendruck – und damit ein potenziell erhöhtes Glaukomrisiko – ist mit kardiovaskulären Risikofaktoren assoziiert; die Studie liegt damit auf einer Linie mit einer Reihe von Arbeiten, die zum Beispiel eine Beziehung zwischen IOD-Anstieg und Charakteristiken des metabolischen Syndroms aufzeigten wie Hypertonie, abdominelle Fettleibigkeit und Hyperlipidämie. Nicht erfasst wird in der Untersuchung, welchen Einfluss die genannten kardiovaskulären Parameter auf den Status der retrobulbären und retinalen Gefäße haben – auf jene „vaskuläre Seite“ des Glaukoms, die pathogenetisch im Schatten des erhöhten IOD steht und weit schwieriger zu behandeln ist. Dr. med. Ronald D. Gerste

Hoehn R, Mirshahi A, Hoffmann EM, et al.: Distribution of intraocular pressure and its association with ocular features and cardiovascular risk factors. The Gutenberg Health Study. Ophthalmology 2013 Feb 8. doi: pii: S0161–6420(12)01050–0. 10.1016/j.ophtha.2012.10.031 MEDLINE

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