ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2013Bedarfsplanung: Planung und Realität
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Ich komme immer mehr ins Grübeln, ob man in diesem Land denn auch gar nichts aus der Vergangenheit lernen möchte. Besonders Verwaltungen und Behörden scheinen hier große Schwierigkeiten zu haben. Hier schließe ich die ärztliche Selbstverwaltung in Form der KVen, die gesetzlichen Krankenkassen und deren Strategen ausdrücklich mit ein.

Zurzeit wird wieder einmal viel Zeit und damit Geld in aufwendige Bedarfsplanungen investiert, es werden theoretisch Arztsitze geschaffen, man spricht davon, Nester zu bauen, die dann von geeigneten Kollegen zu besetzen wären. Prima.

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Aber was nutzt die beste Planung, wenn die Realität völlig außen vor bleibt. Die Honorarsituation vieler Arztgruppen ist so desaströs (zum Beispiel HNO-Ärzte im Bereich der KV No), dass, selbst wenn sich ein äußerst wagemutiger Arztrecke findet, ein Nest besetzen zu wollen, die Banken keine Kredite mehr zur Praxisfinanzierung gewähren . . .

Wird dies von den betroffenen Ärzten verbalisiert, so zeigen die Verantwortlichen mit den Fingern immer wieder auf andere . . .

Hinzu kommt, dass es sich zum Beispiel der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen immer wieder erlaubt, den ärztlichen Berufsstand kollektiv zu diffamieren und als korrupt darzustellen . . .

Solange sich an diesen Zuständen nichts grundlegend ändert, werden Planungen ebenso wie in der Planwirtschaft der ehemaligen DDR nur zu einem Ergebnis führen – dem völligen Versagen des Systems.

Thomas Mockenhaupt, HNO-Arzt, 53173 Bonn

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