ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2013Einmalprodukte: Nichts gelernt?
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Vor 40 Jahren bereiteten die damals neu eingeführten „Einmalkanülen“ uns ärztlichen Berufsanfängern und unseren damals noch leidensfähigen Patienten immer große Probleme, weil sie zur Wiederverwendung „aufbereitet“ wurden, obwohl „Pfennigartikel“! Es dauerte nicht lange, den Einkäufer davon zu überzeugen, dass „Einmalkanülen“ nur für den einmaligen Gebrauch konstruiert waren und nur durch die konsequente „einmalige“ Verwendung viele hämatogen übertragbare Leiden zu vermeiden waren. Das galt sogar für die damals noch nicht bekannte Hepatitis C, für deren Behandlung heute ein Vielfaches von dem aufgewendet werden muss, was die Mehrkosten der damaligen Einmalkanülen waren.

Unter Berücksichtigung dieser Erfahrung fällt es schwer, dem Autor zu folgen!

Auch wenn es sich um „Hochpreisiges“ handelt, dessen „Entsorgung“ aus diesem Grunde „schwer“ fällt, handelt es sich dennoch um vom Hersteller vorgesehene „Einmalprodukte“! Es bedarf deswegen meiner Ansicht nach nicht einer „klaren Antwort“ einer angesprochenen Aufbereitungsindustrie, wie sie der Autor vermisst. „Die Frage nach einer Aufbereitbarkeit“ wird erst dann „legitim“, wenn es sich nicht mehr um „Einmalprodukte“ handelt! . . .

Ich schäme mich dafür, dass in diesem Land die Frage der Wiederverwendung von Einmalprodukten überhaupt diskutiert wird und die Verantwortlichen aus dem bisher Offensichtlichen nicht lernen wollten und erlaube mir die Frage, ob sie an sich selbst die „stichprobenartig“ überprüften, wiederaufbereiteten Einmalprodukte eingesetzt wissen wollen.

Dr. med. Ingo H. Rehmann, Betriebsmedizin
Rehmann GmbH, 59555 Lippstadt

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